Wer macht was

21. Februar 2003, 15:37
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Auckland/Neuseeland - Alle 16 Segler auf einer America's-Cup-Jacht sind wichtig. Jeder kann mit einem Fehler eine Niederlage mit verursachen. Gewonnen werden Wettfahrten aber im Normalfall auf den "Afterguard"-Positionen. Ein Blick auf die Kommandobrücke der "Alinghi":

STEUERMANN - Russell Coutts ist dafür verantwortlich, dass das Boot möglichst schnell fährt. Der 41-jährige Neuseeländer steuert dabei so, dass das Boot möglichst optimal am Wind ist. Als Skipper ist Coutts auch der Mann mit der höchsten und letzten Entscheidungsbefugnis. Er muss auch die Meinungen seiner "Afterguard"-Kollegen gegeneinander abwägen und Prioritäten setzen. Der Finn-Olympiasieger von 1984 und zweifache America's Cup-Gewinner gilt als ausgesprochener Perfektionist.

TAKTIKER - Brad Butterworth konzentriert sich auf das Beobachten des gegnerischen Schiffs. Der langjährige Weggefährte von Coutts, mit dem er sich blind versteht, versucht auch, gegnerische Manöver zu antizipieren. Der 43-jährige Neuseeländer ist bereits zum fünften Mal als Taktiker dabei. Er hat außer bei seiner Premiere 1987 immer mindestens das Finale des Louis- Vuitton-Cups erreicht und strebt nun wie Coutts den Titel-Hattrick an.

STRATEGE - Diese Aufgabe übernehmen der Deutsche Jochen Schümann und Murray Jones. Sie beobachten das Wasser, um die Windrichtung zu erkennen. Im Falle der Alinghi tut dies Jones teilweise vom Mast aus. Der 46-Jährige war zuletzt ebenfalls bei beiden Triumphen der Neuseeländer dabei und fungiert auch noch als Traveller-Trimmer. Der 48-jährige Schümann hat sich im Verlauf der Kampagne großen Respekt erarbeitet und sich gut integriert. Primär beeindruckte der dreifache Olympiasieger durch das akribische Steuern des zweiten Bootes in den internen Regatten. "Er steuert ebenso gut wie ich", lobt Coutts den Deutschen, der gleichzeitig als Sportdirektor für die Aufstellung verantwortlich ist.

NAVIGATOR - Ernesto Bertarelli berechnet mit Hilfe eines Laptops Zeit und Distanz zur nächsten Marke und zur Startlinie. Vor dem Start wird er dabei vom Australier Andrew Cape unterstützt, der das Boot etwa sechs Minuten vor Rennbeginn verlässt. Der 37-jährige Syndikatschef Bertarelli aus der Schweiz gibt die jeweiligen Positionen auch während des Rennens in den Computer ein.

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    Jeder der 16-köpfigen Besatzung einer America's Cup Jacht hat eine klar definierte Aufgabe zu erfüllen

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