"3G hat für uns mit UMTS nichts mehr zu tun"

23. Februar 2003, 15:24
2 Postings

Hutchison rechnet in Östereich bis Jahresende mit 90.000 Kunden

Der UMTS-Mobilfunkanbieter Hutchison 3G Austria (H3G) alias "3" hegt noch für dieses Jahr große Pläne. "Bis Jahresende wollen wir rund 90.000 Kunden haben", kündigte CEO Berthold Thoma am Freitag an. Der Massenmarkt habe Zeit, anfangs wolle man nur ein bestimmtes Zielpublikum ansprechen, das ca. 17 Prozent der Bevölkerung repräsentiert. Einen definitiven Launchtermin wollte sich Thoma allerdings nicht entlocken lassen. Zum Markteintritt von H3G Italy und H3G UK am 3.3. dieses Jahres werde H3G in Österreich seine Werbekampagne starten und erstmals an die Öffentlichkeit gehen. Als Launchtermin wurde nur das zweite Quartal und nicht der 6.6. (3 verwendet die Vorwahl 0660) genannt. Auch das Pricing bleibt bis zum Start ein wohlgehütetes Geheimnis.

Startklar

H3G Österreich werde mit einer "Netzabdeckung" von ca. 35 Prozent an den Start gehen. "Einfache" Multimedia-Dienste wie MMS oder Videodownloads sowie 2G-Mobiltelefondienste wie Sprachtelefonie oder SMS werden dank eines Roaming-Vertrages mit der mobilkom flächendeckend in ganz Österreich angeboten. Sämtliche Multimedia-Dienste sollen vorerst nur in den Ballungszentren Wien bis Wiener Neustadt, Graz, Linz, St. Pölten und Eisenstadt zur Verfügung stehen. Bis Jahresende plane man, Klagenfurt, Villach, Innsbruck und das Rheintal zu erschließen. Der Knackpunkt sei (aufgrund der Strahlengrenzwerte, Anm.) Salzburg. Derzeit habe man in Österreich rund 20 bis 25 Content-Partner und ca. 160 Verträge mit internationalen Roaming-Partnern. Ob letztendlich alle Roaming-Partner zur Verfügung stehen, hänge von den technischen Möglichkeiten (Handover) ab.

Neu

"Wir sind nicht der fünfte Mobilfunkanbieter in Österreich", so Thoma. 3 verstehe sich als neues, mobiles Medium, "welches aus der Konvergenz von Telekommunikation, Internet und den herkömmlichen Medien" entsteht. "3G hat für uns nichts mehr mit UMTS zu tun." UMTS sei nur ein Transportmedium, wichtig sei die technische Infrastruktur und die Qualität des transportierten Contents. Einen Engpass bei den UMTS-Handys, "Terminals" genannt, sieht Thoma keinen. "Für 2003 wurden uns von unseren Lieferanten NEC und Motorola zwei Millionen zugesagt. Derzeit sind zigtausende bereits in unseren europäischen Lagern." Die Endgeräte werden allerdings nicht subventioniert und sollen zwischen 800 und 1.000 Euro kosten.

Insgesamt habe H3G Österreich bis 2005 ein Investitionsbudget von 1,2 Milliarden Euro. 300 Millionen Euro wurden bereits verbraucht, weitere 300 sollen noch heuer investiert werden. In ganz Europa wurde bis dato ein nicht näher definierter "zweistelliger Milliarden-Betrag" investiert. Wann sein Unternehmen den Breakeven schaffen soll, muss oder wird, wollte Thoma nicht verraten. Innerhalb des Hutchison-Whampoa-Konzerns werde die Säule "Telekom und E-Commerce" immer wichtiger. Derzeit trage dieser Bereich 14 Prozent zum Gesamtumsatz des Konzerns, der 2001 11,5 Milliarden Euro betrug, bei. "Dieser Anteil soll allerdings sprunghaft ansteigen. Bereits jetzt werden 50 Prozent der Gesamtinvestitionen des Mischkonzerns in die Telekom-Säule investiert", so Thoma.(pte)

  • Artikelbild
Share if you care.