Für Journalistengewerkschaft schreibende Zunft "bedrohte Art"

21. Februar 2003, 13:48
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Franz C. Bauer: Klares Bekenntnis zur Sozialpartnerschaft von neuer Regierung gefordert

Als "bedrohte Arten" hat der Vorsitzende der österreichischen Journalistengewerkschaft, Franz C. Bauer, unabhängige Journalisten und die Sozialpartnerschaft bezeichnet. "Die schwierige wirtschaftliche Situation wird in vielen Medienhäusern dazu benützt, um soziale und professionelle Standards im Journalismus in Frage zu stellen", kritisierte Bauer bei einer Pressekonferenz in Innsbruck.

Klares Bekenntnis zur Sozialpartnerschaft gefordert

Von der neuen Regierung forderte Bauer ein klares Bekenntnis zur Sozialpartnerschaft, anstatt "politische Machtdemonstrationen und parteipolitischen Postenschacher" fortzusetzen. Die Sozialpartnerschaft in der Medienbranche werde einseitig von Unternehmerseite aufgekündigt. Dies sei auch durch das Herausgehen des Verbandes österreichischer Zeitungen (VÖZ) aus dem sozialpartnerschaftlich zusammengesetzten Presserat deutlich geworden. Bauer deutete dies als "Anschlag auf ein unabhängiges Gremium".

"Energisches Eintreten für die Einhaltung des Sozial- und Arbeitsrechts

Da es in Journalistenkreisen kaum mehr Angestellte gebe, brauche es ein "energisches Eintreten für die Einhaltung des Sozial- und Arbeitsrechts sowie Maßnahmen zur Eindämmung prekärer Dienstverhältnisse". "Taglöhnertum" mit dem Hinweis auf Flexibilisierung und Liberalisierung dürfe nicht toleriert werden.

Verstärkung des Redaktionsgeheimnisses

Zudem sprach sich der Chef der Journalistengewerkschaft für die Verstärkung des Redaktionsgeheimnisses aus. Es gehe nicht an, bei Journalisten Rasterfahndung durchzuführen und diesen mit einer Gefängnisstrafe zu drohen, wenn sie "Wahrheiten schreiben, die den Herrschenden nicht passen". (APA)

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