Blei beeinflusst Fortpflanzung

24. Februar 2003, 11:22
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Studie: Bei hoher Bleikonzentration weniger Mannose-Rezeptoren zur Verfügung

London - Blei kann Männer unfruchtbar machen. Für diese Vermutung fanden amerikanische Forscher nach eigenen Angaben jetzt erstmals einen Beweis: Sie konnten zeigen, dass eine hohe Bleikonzentration die Fähigkeit des männlichen Samens beeinflusst, sich an die Eizelle zu binden und diese zu befruchten, wie die New Yorker Wissenschaftlerin Susan Benoff in der Zeitschrift "Human Reproduction" berichtet.

Die Mediziner hatten die Bleikonzentration in der Samenflüssigkeit von 140 Männern untersucht, deren Frauen sich einer künstlichen Befruchtung unterzogen hatten. Nach Angaben der Experten sorgt normalerweise ein spezieller Zuckerstoff, die so genannte Mannose, auf der Eizelle dafür, dass die Samenzelle sich anheften kann. In der Studie konnten die Forscher nun nachweisen, dass bei einer hohen Bleikonzentration in der Samenflüssigkeit die einzelnen Spermien nur über wenige Mannose-Rezeptoren verfügten. Ein Anheften an die Eizelle sei so stark erschwert.

Die Wissenschafter betonten, dass die hohe Bleikonzentration in der Samenflüssigkeit nicht mit einer ähnlichen Konzentration im Blut einhergehen müsse. Auch seien keine Auswirkungen auf die Form oder Beweglichkeit der Spermien festgestellt worden. Die Ursache der hohen Konzentrationen ist bisher noch nicht geklärt. Möglicherweise könne zu wenig Kalzium in der Nahrung dazu führen, dass sich das Blei in der Samenflüssigkeit anreichere, vermuten die Forscher. (APA/AP)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Ausschnitt einer menschlichen Eizelle

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