Babys spät operieren

24. Februar 2003, 11:27
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Einsatz von Anästhetika könnte Gehirn schädigen

New York - Der Einsatz von Anästhetika bei Babys schädigt möglicherweise die Gehirne der Kinder. Im Tierversuch töteten diese Medikamente bei neugeborenen Ratten Nervenzellen ab, wie das Wissenschaftsmagazin "Nature" berichtet. US-Mediziner hatten neugeborenen Ratten eine Kombination von Anästhetika verabreicht, die auch in der Kinderchirurgie eingesetzt wird. Einen Tag später war die Anzahl toter Zellen in manchen Hirnbereichen um das 15-Fache erhöht. Im ausgewachsenen Alter hatten die Tiere Lernschwierigkeiten.

Der Forscher John Olney von der Washington-Universität in St. Louis räumte ein, dies bedeute nicht zwangsläufig, dass die Medikamente beim Menschen die gleiche Wirkung hätten. Er empfahl jedoch, Operationen soweit möglich später vorzunehmen, da das Gehirn von Kindern mit zunehmendem Alter weniger empfindlich ist.

Aktivität der Zellen wichtig

Anästhetika dämpfen die Aktivität der Nervenzellen. Aber gerade bei neugeborenen Babys benötigen Gehirnzellen diese Aktivität, um zu reifen und Verbindungen aufzunehmen. "Medikamente, die die Aktivität einer sich entwickelnden Nervenzelle unterdrücken, können deren Absterben verursachen", so Olney.

Der Forscher hatte in der Vergangenheit bereits gezeigt, dass auch Alkohol bei neugeborenen Ratten den Tod von Gehirnzellen auslösen kann. Alkohol kann ebenso wie Anästhetika die Aktivität von Nervenzellen hemmen. (APA/AP)

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