Baumärkte bündeln Einkauf

21. Februar 2003, 13:45
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Mittelständler ÖBAU, 3 E und hagebau suchen mit einer umfassenden Kooperation den Weg aus der Branchenkrise

Wien - In der von der schlechten Konjunktur gebeutelten Heimwerker- und Baumarktbranche sucht man nun mit einem Kooperationsmodell nach neuen Wegen: 3 E, ÖBAU und Hagebau, in denen hauptsächlich Familienbetriebe in den Bundesländern organisiert sind, bündeln Einkauf und Import über eine neue Tochtergesellschaft. Damit agieren 450 Fachmärkte, die etwas weniger als die Hälfte des österreichischen Markts abdecken, künftig in vielen Bereichen gemeinsam.

3 E, hagebau und ÖBAU machen nach Eigenangaben zusammen knapp 2,2 Mrd. Euro Umsatz, was einem Marktanteil von 46 Prozent entsprechen soll. Einkaufsvolumen wollten die Geschäftsführer der drei Organisationen bei ihrem gemeinsamen Auftritt am Freitag keines nennen, versicherten aber, dass über die gemeinsame Tochter Austria Hartware Service und Marketing (AHS) ein "Großteil" davon laufen werde. Eine Zusammenarbeit über Einkauf, Eigenimporte und Logistik hinaus stehe aber "nicht zur Diskussion", wurde beteuert. Am Markt soll weiterhin eigenständig agiert werden.

"Wir können damit unseren Mitgliedern bessere Konditionen bieten, dies wird sich in noch günstigeren Preisen und besserer Wettbewerbsfähigkeit niederschlagen", versprach 3 E-Chef Günther Pacher. Auf der Lieferantenseite stehen der neuen Einkaufsallianz rund 500 österreichische Unternehmen gegenüber. Mehr als drei Viertel des gebündelten Einkaufsvolumens wird aus Österreich gedeckt.

Man werde die "Sortimente bündeln", kündigten Pacher, Andreas Pilliczar (ÖBAU) und Helmut-Dieter Kus (hagebau) an. Um eine "reine Schröpfungspolitik" gegenüber den Lieferanten gehe es aber nicht, beteuerten die Handelsmanager: "In unserer Kooperation werden vor allem österreichische Lieferanten forciert."

Für die Heimwerker- und Baustoffmärkte der drei Organisationen arbeiten heute an 449 Standorten knapp 8.500 Mitarbeiter. Die kumulierte Verkaufsfläche der Mitglieder, mittelständischer Familienunternehmen, beträgt rund 480.000 Quadratmeter. Neben dem gemeinsamen Einkauf im In- und Ausland wird künftig auch die Zusammenarbeit bei der Logistik verstärkt: Das bisher nur von 3 E- und ÖBAU genutzte Zentrallager in Wels (Oberösterreich) soll künftig auch den Mitgliedern der mit mehr als 1 Mrd. Euro Umsatz größten Kooperation, hagebau, zur Verfügung stehen.

Von dem kürzlich von bauMax-Chef Martin Essl behaupteten Schrumpfen der Do-it-yourself-Märkte im vergangenen Jahr wollen die Manager von 3 E, ÖBAU und hagebau nichts bemerkt haben: Rechne man die in den drei Bündnissen zusammengeschlossenen Märkte zusammen, sei der Umsatz 2002 leicht gestiegen, hieß es. (APA)

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