WHO arbeitet an internationaler Anti-Tabak-Konvention

21. Februar 2003, 14:03
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Inwieweit ein Werbeverbot durchgesetzt werden kann, wird derzeit diskutiert

Genf - Eines von fünf Kindern im Alter von 13 bis 15 Jahren in der Welt raucht. Die Hälfte aller Kinder weltweit sind Rauchen oder der Werbung dafür ausgesetzt. Das geht aus Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf hervor, die sie zur Untermauerung ihrer Forderung nach einer internationalen Anti-Tabak-Konvention präsentiert hat. Ein WHO-Sprecher erklärte am Freitag, in der kommenden Woche werde ein fertiger Text vorgelegt werden.

Der Text sehe ein stark eingeschränktes Werbeverbot vor. Bis zum 28. Februar wollen sich die 192 Staaten der WHO auf den Text einer solchen, international bindenden Konvention geeinigt haben.

Diskussion

Diskutiert wird derzeit noch, inwieweit ein Werbeverbot durchgesetzt werden kann. Große Zustimmung findet der Vorschlag, wie jetzt schon im Staat New York auch den Internethandel mit Zigaretten zu verbieten. In diesem Zusammenhang wurde bekannt, dass ausgerechnet die Generaldirektorin der WHO, Gro Harlem Brundtland, ein E-Mail mit der Aufforderung zur Bestellung von Zigaretten erhalten habe. Dies habe die Anti-Raucherin noch mehr darin bestärkt, gegen diese Art von Handel vorzugehen, sagte der Sprecher.

Auch der Duty-free-Handel mit Zigaretten soll weltweit verboten werden. Dabei wird auf die Abschaffung dieses zollfreien Handels in der Europäischen Union verwiesen, der entgegen der Befürchtungen der Branche ohne wesentliche Einbußen oder Beschäftigungsabbau vollzogen worden sei.

Die seit Anfang dieser Woche tagende Konferenz diskutiert auch, wann eine solche Konvention gültig und somit für die WHO-Staaten rechtsverbindlich sein wird. Dabei schwanken die Ansichten zwischen 30 und 60 Mitgliedstaaten, die die Konvention ratifizieren müssen.

Der definitive Text der Rahmenkonvention soll im Mai von der WHO-Jahresversammlung verabschiedet werden. Die Verhandlungen für eine Antitabak-Konvention waren unter der Leitung der WHO im November 2000 aufgenommen worden. (APA/dpa)

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