Neues Verfahren zerstört Tumore per Ultraschall

21. Februar 2003, 13:03
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Tests am Menschen in rund zwei Jahren

London - Britische Wissenschafter haben ein Verfahren entwickelt, das per Ultraschall Tumore zerstören kann. Die Forscher des nordirischen Unternehmens Gendel lösten nach einem Bericht der Wissenschaftszeitschrift "New Scientist" mit der Kombination eines elektrischen Feldes und Ultraschall Krebszellen auf, sowohl im Labor als auch in Versuchen an Mäusen. Das Unternehmen will in etwa zwei Jahren mit Tests am Menschen beginnen.

In dem so genannten CEFUS-Verfahren (Combined Electric Field and Ultrasound) wird ein elektrisches Feld an den Tumor angelegt, um dessen Zellen für den anschließenden Ultraschall zu sensibilisieren. Die Kombination führt offenbar dazu, dass sich der Tumor selbst zerstört. Mit dieser Technik will das Unternehmen sowohl Tumore auf der Haut behandeln als auch an schwer zugänglichen Stellen wie im Mund oder in der Speiseröhre.

Auch gesunde Zellen beeinträchtigt

Abgesehen von der Betäubung dauert die Behandlung laut Gendel wenige Minuten. Zwar würden bei dem Verfahren auch gesunde Zellen in Mitleidenschaft gezogen, räumt das Unternehmen ein. Dies geschehe jedoch auch bei konventionellen Behandlungsformen wie Operationen oder Bestrahlung.

Ein Sprecher des britischen Krebsforschungszentrums mahnte jedoch vor übertriebener Euphorie. Zunächst müssten weitere Forschungsergebnisse abgewartet werden. Schon häufig hätten neue Behandlungsverfahren im Tierversuch viel versprechende Ergebnisse gezeitigt, dann aber beim Menschen versagt. (APA/AP)

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