Keinen Mondsee für Bundesforste

18. August 2008, 13:39
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Noch-Eigentümerin Waechter will einen "Liebhaber" für den See finden - Land Oberösterreich will keinen Liebhaberpreis zahlen

Linz  - Die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) sind als Käufer für den Mondsee in Oberösterreich ausgeschieden. Das hat die Eigentümerin Nicolette Waechter nun erstmals in einem ORF-Interview ausdrücklich gesagt. Sie will statt dessen einen "Liebhaber" für den See finden.

Die Bundesforste hatten angeboten, die Bewirtschaftung des 14 Quadratkilometer großen Sees für zwei Jahre unentgeltlich zu übernehmen - mit einer Kaufoption für danach. Das lehnt Waechter ab: "Ich würde da jemandem einen totalen Einblick geben, in eine sehr komplexe Verwaltung und dann eigentlich nichts in der Hand haben. Das hat für mich keinen Sinn ergeben". Die Bundesforste kämen nicht mehr als Käufer in Frage. "Sie haben sich selbst als Käufer ausgeschlossen. Das ist beendet und ich glaube nicht, dass die noch Interesse haben. Sie haben mir ja auch zum Abschied noch gesagt: 'Ja, da bräuchten Sie ja einen Liebhaber für den See', und ich habe gesagt: 'Genau, ich suche auch einen Liebhaber für den See, wenn ich ihn verkaufe.'", erklärte Waechter.

Kaufpreis unbekannt

Einen Kaufpreis will Wächter nicht nennen. Ein Immobilienmagazin hat für den Mondsee zuletzt einen möglichen Kaufpreis von 16 Millionen Euro genannt. Nach Angaben von Waechter gibt es zur Zeit mehrere Angebote für den See und sie erwarte weitere. Wunschkäufer für sie ist aber das Land Oberösterreich. Dieses hat bisher abgewunken und an die Bundesforste verwiesen.

Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP), sein Stellvertreter Erich Haider (SPÖ) und der FPÖ-Klubobmann Günther Steinkellner erklärten, der See sollte in öffentlicher Hand blieben. Haider schlug unter anderem einen Erwerb gemeinsam mit den Bundesforsten vor. Steinkellner trat für eine Sonderfinanzierung ein. Pühringer lehnte die Bezahlung eines den erzielbaren Einkünften nicht entsprechenden "Liebhaberpreises" aus Steuergeldern ab. Das würde auch der Rechnungshof nicht akzeptieren. Er wolle aber nach den Sommerferien Waechter und die Bundesforste noch einmal an einen gemeinsamen Tisch bringen. Letztere hätten als Verwalter von einer Reihe von Seen, darunter Attersee und Traunsee diesbezüglich ein großes Know-how. (APA)

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    Ein See, vorläufig kein Käufer.

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