Hintergrund: 286 Millionen Euro Krankenkassen-Defizit für heuer erwartet

18. August 2008, 13:07
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Etwas besser als letzte Prognosen und Abgang 2007 - Größte Steigerung bei Medikamenten

Wien - Die Krankenkassen erwarten für heuer ein Defizit von 285,9 Millionen Euro, die Gebietskrankenkassen allein kommen zusammen auf einen prognostizierten Abgang von 269,6 Millionen. Als einzige leicht im Plus soll die Burgenländische Kasse bilanzieren. Die größte Steigerung wird bei den Ausgaben für Medikamente verzeichnet. Diese Zahlen des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger sind zwar für die Kassen nicht erfreulich, sie sind aber etwas weniger schlimm als noch vor einigen Monaten vorhergesagt und auch besser als das Ergebnis des Vorjahres.

Im Februar war für heuer noch ein Defizit von 314 Millionen für die gesamte Krankenversicherung vorhergesagt worden, im Mai war die Prognose dann um vier Millionen zurückgenommen worden und jetzt um weitere 14 Millionen auf 285,9 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte das Ergebnis noch dramatischer ausgesehen: Die gesamte Krankenversicherung hatte 2007 mit einem Minus von 343,5 Millionen bilanziert, die neun Gkks zusammen sogar mit einem Defizit von 425,5 Millionen Euro.

Größtes Defizit in Wien

Das größte Defizit erwartet heuer wieder die Wiener Gebietskrankenkasse mit einem Minus von 92,8 Millionen. Dahinter folgen die Steiermark mit einem prognostizierten Defizit von 73,3 Millionen und Niederösterreich mit 50,3 Millionen. Vorarlberg erwartet ein Minus von 13,7 Millionen, Kärnten 12,7 Millionen, Oberösterreich 12,6 Millionen, Salzburg 11,1 Millionen, und Tirol 3,3 Millionen. Die Burgenländische Gebietskrankenkasse kann mit 0,2 Millionen als einzige auf ein positives Ergebnis hoffen.

Ein Defizit - und zwar im Ausmaß von 42 Millionen Euro - erwarten auch die Selbstständigen. Im Plus werden dagegen die Öffentlich Bediensteten mit 24,3 Millionen, die Eisenbahner und der Bergbau mit 1,5 Millionen sowie die Bauern mit 0,5 Millionen Euro sein.

Gestiegene Beitragseinnahmen

Ausschlaggebend für die leicht verbesserten Prognosen sind vor allem die gestiegenen Beitragseinnahmen. Hatten die Kassen insgesamt im Vorjahr um 4,3 Prozent mehr als im Jahr zuvor eingenommen, so wird hier für heuer eine Steigerung um 5,2 Prozent angenommen. Dies geht vor allem auf die hohe Zahl an Beschäftigten zurück. Aber ein Rückgang der Ausgabensteigerung bei den Versicherungsleistungen hilft den Kassen - von 6,1 Prozent im Vorjahr auf prognostizierte 5 Prozent heuer.

Das größte Ausgabenproblem haben die Kassen im Bereich der Medikamente. Hier wird für heuer eine Steigerung um 8,1 Prozent erwartet, nachdem im Vorjahr bereits ein Plus von 8,3 Prozent verzeichnet worden war. Der Verwaltungsaufwand soll heuer um 6,3 Prozent steigen nach einem Plus von 8,3 Prozent im Vorjahr. (APA)

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