Burgenland öffnet zwei Landestankstellen

18. August 2008, 13:00
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Angesichts der steigenden Treibstoffpreise will das Burgenland ab September vorerst zwei seiner Landestankstellen öffnen, um Dieseltreibstoff zu günstigen Konditionen abzugeben

Eisenstadt  - Angesichts der steigenden Treibstoffpreise will das Burgenland ab 1. September vorerst zwei seiner Landestankstellen öffnen, um Dieseltreibstoff an heimische Autofahrer zu günstigen Konditionen abzugeben. Landeshauptmann Hans Niessl (S) und Straßenbaulandesrat Helmut Bieler (SPÖ) stellten dazu heute, Montag, eine Initiative unter dem Motto: "Billig tanken im Burgenland" vor.

Beziehen können Autofahrer - für Lkw gelte das Angebot nicht - den Dieseltreibstoff für Pkw zunächst bei der Tankstelle bei der Landesstraßenmeisterei ein Mattersburg sowie beim Landesbauamt Süd in Oberwart. Abgegeben werden soll der Sprit vorerst gegen Barzahlung, in Zukunft wolle man sich auch um Bankomatkartenlesegeräte bemühen. Die Anlagen werden geeicht sein, um eine genaue Spritabgabe zu ermöglichen. Angestrebt werde auch die Öffnung weiterer Tankstellen, etwa in Parndorf, in Eisenstadt und im Bezirk Güssing.

120 Euro Jahresersparnis

Bei rund 30.000 gefahrenen Kilometern pro Jahr und einem Durchschnittsverbrauch von acht Litern sei eine Jahresersparnis von rund 120 Euro möglich, rechneten Bieler und Niessl vor. "Das Land wird keinen Gewinn dabei machen", erklärte Bieler. Man werde alte Anlagen adaptieren und die Kosten dafür tragen. Der Sprit solle zum Selbstkostenpreis abgegeben werden: "Ziel ist es, dass wir um fünf Cent billiger sind, als die durchschnittlichen Treibstoffpreise in den burgenländischen Tankstellen."

"Ich denke, dass wir mit diesem Vorbild auch andere Anbieter unter Druck setzen können, damit die Spritpreise generell im Burgenland billiger werden", so der Landesrat. Man habe sich vor diesem Schritt auch in Kärnten informiert sowie über die rechtliche Situation beraten lassen, so Niessl. In Oberwart verfüge man über Tankkapazitäten im Ausmaß von 40.000 Litern, in Mattersburg seien es 45.000 Liter.

Kritik von der WK Burgenland

Die Wirtschaftskammer Burgenland reagierte auf die geplante Öffnung mit Kritik.  Kammerpräsident Peter Nemeth sprach in einer Aussendung von "Marktwirtschaft a la Burgenland": Mit der Öffnung greife die Politik in die Kräfte des freien Marktes ein.

Die burgenländischen Unternehmer würden dadurch "gleich doppelt benachteiligt". "Die Kräfte des freien Marktes werden mit der Preisaktion an den Landestankstellen untergraben", erklärte Nemeth. Leidtragende seien die burgenländischen Tankstellenbetreiber, die ihrerseits von der internationalen Preispolitik abhängig seien. "Andererseits wird die ohnehin stark unter Druck stehende Transportbranche mit ihren Lkw von diesem Angebot ausgeschlossen", so der Wirtschaftskammerpräsident.

Die Freiheitlichen sehen hingegen eine "langjährige FPÖ-Forderung" erfüllt, die man erst in der vergangenen Landtagssitzung erneuert habe. Eine Öffnung der Landestankstellen für die Bevölkerung wäre "schon sehr viel früher möglich gewesen", erklärte FPÖ-Obmann Tschürtz. Tschürtz kritisierte den Landeshauptmann: Dieser unterschreibe erst "mit dem rot-schwarzen Regierungsprogramm die massive Erhöhung der Mineralölsteuer" und spiele nun "den Spritspender Nummer Eins im Burgenland." (APA)

 

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    Bei rund 30.000 gefahrenen Kilometern pro Jahr und einem Durchschnittsverbrauch von acht Litern ist eine Jahresersparnis von rund 120 Euro möglich.

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