UN-Gesandter Gambari verlängert Besuch

22. August 2008, 19:57
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Treffen mit Oppositionsführerin Suu Kyi geplant

New York - Der UN-Sondergesandte für Burma, Ibrahim Gambari, hat nach einem bisher gescheiterten Treffen mit Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi seinen Besuch in Rangun verlängert. Das teilte UN-Sprecherin Marie Okabe am Freitag in New York ohne Angabe von Gründen mit. Gambari gehe davon aus, dass er wie bei all seinen früheren Besuchen mit der Friedensnobelpreisträgerin zusammentreffen werde, sagte Okabe. Ob es einen neuen Termin dafür gibt und bis wann die Visite verlängert wurde, sagte sie nicht.

Ursprünglich hatte Gambari am Freitag wieder abreisen wollen. Nach Augenzeugenberichten war er am frühen Morgen zum Tor des Hauses in Rangun gekommen, in dem Suu Kyi auf Anordnung der Militärjunta unter Hausarrest lebt. Er habe etwa eine Stunde lang auf sie gewartet, ohne dass sie erschien, hieß es. Ihre NLD-Partei bestätigte, es sei kein Treffen zustande gekommen. Warum die Oppositionspolitikerin den UN-Gesandten nicht sehen wollte, blieb zunächst unklar.

Protest

"Möglicherweise hat Suu Kyi ein Treffen mit Gambari als eine Art Protest abgelehnt", sagte Win Min, ein Burma-Experte der Chiang-Mai-Universität in Bangkok. "Sie meint vielleicht, es lohne sich nicht, ihn zu treffen, da er führende Mitglieder der Regierung nicht treffen konnte und da sich auch keine Verbesserung der Lage abzeichnet."

Im Laufe des Tages kam Gambari dann mit der Parteiführung zusammen. Es sei unter anderem um die Lage der politischen Gefangenen gegangen, sagte ein Sprecher der Nationalen Liga für Demokratie. Suu Kyi hatte am 27. Mai 1990 mit der NLD die Wahlen in Burma gewonnen. Die Militärs ignorierten jedoch das Ergebnis und hielten die Oppositionsführerin seitdem insgesamt fast 13 Jahre unter Hausarrest.

Gambari war am Montag zu einem zunächst für fünf Tage geplanten Besuch in dem südostasiatischen Land eingetroffen. Es ist sein vierter Besuch in Burma seit der blutigen Niederschlagung friedlicher Proteste durch das Militärregime im September 2007. (APA/dpa)

 

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