Zahl der Schulstunden wirkt sich in Deutschland auf Pisa-Rangfolge aus

18. August 2008, 11:10
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Laut einer Studie der TÜ München bringt eine Wochenstunde weniger Mathe Verschlechterung um drei Ränge in der Pisa-Bewertung

Frankfurt/Main - Die Zahl der Schulstunden in den einzelnen Bundesländern Deutschlands wirkt sich einer neuen Studie zufolge auf den Lernerfolg und die Pisa-Rangfolge aus. Ein solcher Zusammenhang zeige sich "klar und deutlich", sagte der Bildungsökonom Bernd Süßmuth von der TU München. Demnach ergibt sich bereits aus dem wöchentlichen Ausfall einer Mathematikstunde von 60 Minuten in einem Bundesland eine Verschlechterung um drei Ränge innerhalb der Pisa-Bewertung zwischen den verschiedenen Bundesländern.


Süßmuth untersuchte zusammen mit Carolin Amann und Robert K. von Weizsäcker die politökonomische Bedeutung der Pisa-Vergleiche. Die Untersuchung beschäftige sich nicht nur mit der Situation in der 9. Klasse, sondern sie messe den "kumulierten Effekt" über mehrere Schuljahre hinweg in den Fächern Mathematik, Naturwissenschaften und
Deutsch.

Große Unterschiede in der Stundentafel

Die Unterschiede zwischen den 16 Bundesländern bezüglich der Stundentafeln seien überraschend groß gewesen, sagte Süßmuth: "Wenn Sie beispielsweise die Gesamtstundenzahlen in Thüringen vergleichen mit denen in Berlin, dann ist es so, dass die Berliner Gymnasiasten im Schnitt 1.000 Schulstunden, betrachtet über alle Fächer, weniger
hören als ihre thüringischen Gymnasiastenkollegen." Das habe einen signifikanten Effekt auf die Pisa-Rangfolge.

Politische Auswirkungen

Darüber hinaus beschäftigt sich die Studie mit den Auswirkungen der Pisa-Studien auf die Wahlumfragewerte. Das schlechte Abschneiden Deutschlands im internationalen Vergleich im Jahr 2000 und 2003 habe für die jeweilige Bundesregierung Auswirkungen gehabt, erklärte Süßmuth: "Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass sich das durchaus in der Größenordnung von zwei bis drei Prozentpunkten in den Wahlumfragewerten ausgewirkt hat." Gleiches gelte auch für einige Bundesländer, in denen sich für die jeweils amtierenden
Landesregierungen aus dem unter- oder überdurchschnittlichen Abschneiden in den Pisa-Studien entweder negative oder positive Effekte ergäben hätten. (AP)

 

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