Nordsee plant Filial-Upgrading

18. August 2008, 10:40
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Mehr "Nordsee" für das Binnenland Österreich: Die Restaurant-Kette setzt auf Expansion und hat Bahnhöfe und den Snackbereich im Visier

Wien - Mehr "Nordsee" für das Binnenland Österreich. Die Restaurant-Kette setzt auf Expansion, wie der neue Geschäftsführer von Nordsee Österreich, Achim Bayer (46), im Gespräch mit der APA betonte. Und dabei geht es nicht nur um das klassische Selbstbedienungsrestaurant. Auch kleine Imbissfilialen und weitere Ableger der Nordsee-Tochter "Campo's" sind geplant. Und Nordsee wird "upgegradet", also aufgewertet: Unter Anderem soll die Niederlassung am Kohlmarkt in der Wiener City ein neues Outfit bekommen.

"Es gibt noch große Unterschiede bei der Gestaltung der Filialen, da gibt es Optimierungsbedarf", formuliert es Achim Bayer. Eine Aufwertung in Sachen Ambiente wird es am Kohlmarkt geben, der sich mehr und mehr zur Wiener Luxusmeile mausert. Hier wolle die Nordsee nicht zurückstehen, heißt es. Aber auch andere Filialen sollen moderner werden.

Wobei es bereits ein Vorzeige-Restaurant für den gehobenen Fischgenuss gibt, das "Strandhaus" am Naschmarkt. Dieses Konzept eines Bedienungsrestaurants ist in Wien entstanden und wird jetzt sogar ins Land der Konzernmutter, also nach Deutschland, exportiert. "In manchen Bereichen ist Österreich Innovationsführer", betont Bayer.

Generell zeigte sich Bayer mit der Entwicklung der Kette zufrieden. Die drei Filialen in der Wiener City würden "phänomenal gut" laufen. Nordsee verfügt in Österreich über insgesamt 42 Selbstbedienungsrestaurants (15 davon in Wien, Anm.) sowie über das "Strandhaus"-Restaurant und eine "Campo's"-Filiale in der Paschinger Plus-City. Weitere Lokale sollen folgen: "50 Filialen in Österreich kann ich mir durchaus vorstellen." Als Standorte kämen unter anderem die neuen bzw. renovierten Bahnhöfe in Wien in Frage, hieß es.

Immer weniger Fischverweigerer

Denkbar ist auch, dass es gemeinsame Nordsee- und "Campo's"-Filialen geben wird. Denn die neue Marke soll expandieren - und sie setzt nicht auf Fisch. Auch wenn laut Bayer die Anzahl der "Fischverweigerer" immer mehr abnimmt, es gibt sie weiterhin noch. Die Kombination der beiden Konzepte soll unter anderem für Familien attraktiv sein, in denen eine Person keine Meerestiere isst.

Dabei kommt Fisch in Österreich immer häufiger auf den Tisch: Laut Nordsee lag der heimatliche Fischkonsum 2006 noch bei 7,6 Kilogramm pro Jahr und Kopf - 2007 schon bei rund 8,0 Kilo. Seit 2000 (5,4 kg/Kopf) bedeute das eine Steigerung von mehr als 50 Prozent.

Auch gehe der Trend hin zu gegrilltem Fisch, versichert Bayer. Backfisch mache nur mehr ein Drittel der verkauften Speisen aus. Weiters registriert der neue Nordsee-Kapitän eine verstärkte Nachfrage nach hochwertigen Produkten wie Langustenschwänze oder Riesengarnelen.

"Aufholbedarf" gebe es für Nordsee im Snackbereich. Dieser wird derzeit in Wien von großen Bäckereien dominiert, die sich prominente Standorte etwa im U-Bahn-Bereich gesichert haben. Hier will die Fischkette nun mitnaschen. Überlegt wird die Errichtung von komprimierten Nordsee-Snackfilialen ohne angeschlossenem Restaurant.

Nordsee-Österreich ist eine hundertprozentige Tochter der deutschen Nordsee-Gruppe und beschäftigt derzeit rund 600 Mitarbeiter. Im Vorjahr wurde ein Brutto-Umsatz von 71 Mio. Euro erzielt, wobei 44 Mio. Euro auf das Filialgeschäft und 27 Mio. Euro auf den Großhandel entfielen. Letzterer gehört inzwischen nicht mehr zum Unternehmen, die Sparte wurde Anfang 2008 vom Linzer Lebensmittelkonzern Vivatis übernommen. (APA)

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