"Aufschrei der Ausgeschlossenen"

19. August 2008, 08:46
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Katholische Kirche organisiert am Unabhängigkeitstag landesweit Aktionen gegen soziale Missstände - Eine der Forderungen: direkte und partizipative Demokratie

Brasilia - Am brasilianischen Unabhängigkeitstag, dem 7. September, wird von der katholischen Kirche der landesweite "Grito dos Excluidos" (Aufschrei der Ausgeschlossenen) gegen soziale Missstände gestartet. Die diesjährige Aktion steht laut Kathpress vom Montag unter dem Motto "Vida em primeiro lugar - direitos e participacao popular" (Das Leben zuerst - Rechte und Beteiligung des Volkes). Ein nationales Vorbereitungsseminar für den "Grito dos Excluidos" findet am 23. August in Belo Horizonte statt.

Direkte und partizipative Demokratie gefordert

Bei den "Grito"-Kundgebungen und -Gottesdiensten wollen die Teilnehmer eine direkte und partizipative Demokratie fordern, heißt es. Zorn und Empörung richteten sich neben der Korruption auch gegen die Wirtschaftspolitik der Regierung. Zu Lasten der Bereiche Gesundheit, Wohnen und Bildung sowie der Agrarreform lege sie den Schwerpunkt vor allem auf Unterstützung der Großunternehmen.

Die Brasilianische Bischofskonferenz (CNBB) organisiert den "Aufschrei der Ausgeschlossenen" seit 1995. Später schlossen sich Sozialbewegungen sowie Gewerkschaften an. Ende der 90er Jahre sprang der Funke auf andere Länder Lateinamerikas über. In rund 20 Ländern findet mittlerweile am 12. Oktober (dem "Dia de la raza") ein "Grito continental" statt. (APA)

 

  • Warten auf medizinische Behandlung in Rio.
    Foto: REUTERS/Sergio Moraes

    Warten auf medizinische Behandlung in Rio.

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