Heizen wird für viele unleistbar

18. August 2008, 09:23
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Die hohen Energiepreise treffen arme Menschen besonders hart, eine halbe Million Menschen könnte sich Heizen bald nicht mehr leisten, warnt die Armutskonferenz

Wien - Die Armutskonferenz und Greenpeace Österreich fordern einen Kurswechsel in der österreichischen Energiepolitik und warnen in einer Aussendung davor, dass sich immer mehr Menschen das Heizen nicht mehr leisten können. Die hohen Energiepreise treffen arme Menschen naturgemäß besonders hart. Die Armutskonferenz und Greenpeace vereinen sich nun - "Für ein energieunabhängiges Österreich: gemeinsam gegen Armut und Klimawandel". In einem offenen Brief an alle politischen Parteien verlangen sie eine langfristig wirkende Richtungsänderung.

"Wir haben jetzt laut Armutsbericht 313.000 Menschen in Österreich, die ihre Wohnung nicht warm halten können. Das wird, wenn man nichts tut, langfristig auf eine halbe Million ansteigen, so Sozialexperte Martin Schenk von der Armutskonferenz: Von der Politik fordert er deswegen "keine kurzfristige Maßnahmen, keine kurzfristigen Wahlzuckerln, sondern einen langfristigen Entwurf."

Reform des Heizkostenzuschusses

Der Heizkostenzuschuss muss reformiert werden, fordert Schenk. Er solle in eine echte Grundsicherung integriert und mit der Wohnbauförderung verknüpft sein - ausgerichtet nach ökologischen Kriterien. Auch der öffentliche Verkehr sei für einkommensschwache Menschen vielfach nicht leistbar: "Da muss es auch Maßnahmen von außen geben, dass der öffentliche Verkehr für alle leistbar ist."

Der offene Brief wurde an alle Parteien verschickt - mit der Bitte um Antwort bis 4. September. "Damit wir", so der Schlusssatz, "die Bevölkerung rechtzeitig vor der Wahl über die Position der Parteien in dieser zentralen Zukunftsfrage informieren können." (red)

 


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