Intercell erwartet 2008 positives Ergebnis

18. August 2008, 09:13
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Der Wiener Impfstoff-Entwickler hat im ersten Halbjahr wie erwartet den Umsatz deutlich gesteigert und den Nettoverlust verringert

Wien - Beim Biotech-Unternehmen Intercell läuft derzeit alles nach Plan: Mit der Zulassung des ersten marktfähigen Produkts, des Impfstoffes gegen Japanische Encephalitis (JE), rechnet Intercell für die USA, Europa und Australien weiterhin in den nächsten Monaten. Ab 2009 soll der Verkauf in diesen Märkten starten. Von der US-Armee erwarte man bereits heuer einen langfristigen Auftrag, sagte Intercell-Finanzchef Werner Lanthaler dem Standard. Auch erste Verkäufe an diesen Abnehmer seien bereits 2008 möglich, der Impfstoff wird seit einigen Monaten in Schottland vorproduziert.


Ihr Produktportfolio hat Intercell mit der Anfang August abgeschlossenen Akquisition von Iomai und deren Entwicklung von Impfpflastern gegen Reisedurchfall und pandemische Grippe erweitert. Der Start der klinischen Phase-III-Tests für das Reisedurchfall-Pflaster soll im ersten Halbjahr 2009 erfolgen, die Zulassung sei 2011 möglich, erklärte Intercell-COO Thomas Lingelbach.


2011 oder 2012 könnte es laut Lanthaler auch mit den kommerziell wichtigsten Projekten von Intercell ernst werden, den Impfstoffen gegen die Krankenhausinfektionen S. aureus und Pseudomonas. "Von der Marktgröße her ist das im Vergleich zu JE ein Faktor zehn bis 20" , erklärt Lanthaler, "auch die medizinische Bedeutung ist größer, denn an Krankenhausinfektionen sterben in den USA und Europa jährlich rund 40.000 Menschen, mehr als an Aids".


Auch finanziell sieht sich das Unternehmen gut abgesichert. Intercell habe aktuell einen Cash-Polster von 200 Millionen Euro. "Soviel wird es auch am Ende des Jahres sein" so der Finanzchef, der auch ein positives Jahresergebnis ankündigt. "Das ist natürlich mutig zu sagen, dass wir positiv sein werden und hängt auch davon ab, ob wir die JE-Zulassung bekommen oder nicht".


Verlust knapp halbiert

Im ersten Halbjahr hat das Biotech-Unternehmen - wie von Analysten erwartet - den Umsatz ausgeweitet und den Nettoverlust deutlich verringert. Bei einem Umsatz von 17,6 (Vorjahresperiode: 5,2) Mio. Euro hat der Impfstoffentwickler das Minus auf 8,65 Mio. Euro knapp halbiert. Die Erlöse aus Kooperationen und Lizenzen seien im ersten Halbjahr auf 15,2 (2,2) Mio. Euro gestiegen. Von Novartis bekommt Intercell heuer noch 40 Mio. Euro, die in der Cash-Position von 200 Mio. aber bereits eingerechnet seien, sagte Lanthaler. (Gabriele Kolar, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 19.8.2008)

 

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