Südossetischer Präsident bittet um ständige Militärpräsenz Russlands

18. August 2008, 07:11
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Kokojty entlässt Regierung, ruft Notstand aus und setzt Gremium ein, das sich mit den Auswirkungen des "georgischen Angriffs" beschäftigen soll

Moskau - Der Präsident Südossetiens, Eduard Kokojty, hat seine Regierung entlassen und in der abtrünnigen georgischen Provinz den Notstand ausgerufen. Er habe drei Anordnungen erlassen, sagte Kokojty am späten Sonntagabend dem russischen Nachrichtensender Westi 24.

Damit habe er die Regierung entlassen, den Ausnahmezustand verhängt und ein Gremium eingesetzt, das sich mit den Auswirkungen des "georgischen Angriffs" beschäftigen solle. Er warf der südossetischen Regierung vor, nicht schnell genug humanitäre Hilfsgüter in der Region verteilt zu haben. Ein Beamter müsse für die Menschen arbeiten und nicht selbst Profit machen, sagte Kokojty.

Ständige Militärpräsenz Russlands erwünscht

Südossetien will Russland um ständige Militärpräsenz bitten. Kokojty begründete seine Ankündigung in einem Reuters-Interview am Montag damit, dass russische Staatsbürger in dem Gebiet lebten. "Wir werden die russische Führung bitten, und sie muss entscheiden." Rund 90 Prozent der Bewohner Südossetiens besitzen einen russischen Pass.

"Kein Vertrauen in diese internationalen Beobachter"

Kokojty schloss den Einsatz von internationalen Beobachtern zur Überwachung des zwischen Russland und Georgien vereinbarten Waffenstillstands aus. "Wir haben kein Vertrauen in diese internationalen Beobachter, diese Leute verdrehen die Wahrheit." Bis zum Beginn des Krieges zwischen Russland und Georgien war die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) mit Beobachtern in der Region präsent. (APA)

 

 

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