Der neue Kalte Krieg

17. August 2008, 21:06

FS Misik Folge 38: Ist die Russen-Invasion in Georgien die Geburtsstunde des neuen Ost-West-Konfliktes?

Nach dem kurzen, aber brutalen Krieg in Südossetien beginnt jetzt die Schlacht um die Deutung des Geschehens: Nationalitätenkonflikt? Imperiale Aggression Russlands? Georgische Provokation mit amerikanischer Unterstützung? Beginn eines neuen Ost-West-Konfliktes? Je nach Perspektive ist mal Russland der "Aggressor", der das kleine Georgien überfiel - oder der Westen der Zündler, der die Nato-Außengrenzen bald an drei Stellen bis nach Russland verschoben hat. Im Baltikum, in der Ukraine und auch in Georgien. Dennoch: Man soll eine spannungsreiche Rivalität der großen Mächte auch nicht mutwillig herbeireden. Russland ist, ebenso wie China, an einer Kooperation mit dem Westen interessiert und hat bisher jedenfalls die Westorientierung seiner einstigen Vasallen hingenommen - mit Murren zwar, aber doch.

 

Links: 

Robert Kagan in der Washington Post

Washington gab grünes Licht (taz)
 
Gorbatschow: "Der Plan war, die Schuld auf Russland zu schieben" 
 
US Diplomat, Close to Saakashvili, Plays Key Role in Conflict (Wall Street Journal) 

 

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18 Postings
Eine schoene Analyse!

Misik zeigt wirklich bessere Wege auf als so manchem anderen ueberhaupt in den Sinn kommen!

Hm...

Als passionierte Konspirationstheoretikerin vermute ich natürlich, dass die Saakashwili-Berater ihm nicht ganz zufällig kurz vor der US-Präsidentschaftswahl Grünes Licht für einen Militärschlag gegen Südossetien gegeben und ihm Rückendeckung durch die USA vermittelt haben.
Das außenpolitische Bedrohungsszenario für die Amerikaner ist durch die russische Antwort perfekt, und es stellt sich die Frage: Cui bono?
Natürlich McCain, der der amerikanischen Bevölkerung immer noch besser geeignet erscheint, auf Putins Drohgebärden angemessen zu reagieren als Obama, der ja angeblich lieber einen Krieg verliert als eine Wahl.

In Zentralasien wünscht man sich die USA als Hegemon ?

Ich mag sie gern, Hr.Misik, aber da kennen Sie Zentralasien schlecht.

Russland duldet keine unabhängigen Staaten in seinem Einflussgebiet? Na dann unterscheidet es sich gar nicht von den USA, vor denen alle Politiker kriechen, statt sie zu verurteilen.

schön mal was von Haargel gehört?

imagefrage...^^

so wie alle österrichischen regisseure einen schal tragen, werden sie kaum einen "intellektuellen" finden, der keine zerraufte frisur hat...ist zwar nicht sehr einfallsreich - hat aber was mit image zu tun...;o)

Meine persönliche Einschätzung dazu...

Die USA und EU haben Saakaschwili hofiert und unterstützt (wie ja auch Saddam vor dem Iran/Irak Konflikt) um eine westliche Basis am Rand Russlands einzurichten. Saakaschwili hat das aufgrund seiner Persönlichkeit (gewisse Parallellen zu Saddam bzw. psychische Probleme sind ja augenscheinlich)
falsch interpretiert und versucht, die Südosetien mit Gewalt "heimzuholen". Dass Russland nicht dabei zusehen wird und reagiert ist ja logisch. Zum Glück sind in der EU wie auch USA auch vernünftige Kräfte am Werk, die sich nicht in einen Konflikt reinziehen lassen. Das was Merkel, Rice etc.. jetzt plappern ist nur um Gesichtsverlust zu vermeiden. Ich erwarte Beruhigung und mittelfristige Distanzierung von Saakaschwili.

kurz: Saakaschwili ein "nützlicher Idiot" für die US-Expansionsbestrebungen

für mich ist in diesem konflikt jedenfalls

der letzte glaube an eine freie/aufrichtige berichterstattung der eusa medien gestorben

interessant...

...wie die kolumnisten nach ca. 2 wochen gleichgeschaltet werden. fakt ist aber, dass eine supermacht wie russland sich ebensowenig auf ihrer nase herumtanzen laesst, wie jede andere auf diesem planeten auch. wir sollten wieder dazu uebergehen einflusssphaeren zu respektieren...

Die russische Föderation ist keine Supermacht, die Sowjetunion ist bei ihrem Versuch eine zu sein, implodiert. Dass den US-Amerikanern bei ihrem Versuch eine Supermacht zu sein, das langsam auch alles über den Kopf wächst, zeichnet sich auch immer deutlicher ab (Potentaten in Satelliten die ein bizarres Eigenleben entwickeln, Staatsverschuldung, Rekrutierungsprobleme in den nationalen Teilstreitkräften, demografisches Auseinanderdriften unterschiedlicher Art in der eigenen Gesellschaft, etc.) Für das mit der Gleichschaltung gibt es jedenfalls ein Grün - als der Krieg in Georgien angefangen hat, und "unsere" Massenmedien fast schon hilflos waren, dies überhaupt einen Krieg zu nennen bzw. erst auf den Sanktus warten mussten, wurde das klar.

die einstufung der bedeutung des 8. august 2008 werden wir dann doch lieber den historikern überlassen.

Der Kalte Krieg ...

war ein System politischer Ökonomie, kein weltgeschichtliches Verhängnis. (Einzige Chance, bornierte amerikanische Kongreßabgeordnete hier, europäische Postfaschisten da unter einen Hut zu bringen, mit technologischem Avancement, Wirtschaftswachstum und Massenwohlstand.)

Im übrigen gibt mir dieser Beitrag richtig so etwas wie Hoffnung für den österreichischen Journalismus ...

da hört sich so an als hätte der kalte krieg zwischen USA und Europa stattgefunden. wo war den dann die udssr ? im gulag ?

Die UdSSR hat ihre Rolle gespielt, aber nicht in ihrem Stück.

nein

der beginn des ost westkonflikts war schon der balkankrieg.

Falsch.
Der Konflikt hat nie aufgehört.

Der Beitrag ist so sinnlos. Misik wiederholt doch nur jene Situation und Probleme so viele Stellen bereits schon mehrmals geschildert haben und was eh schon jeder weis, Und das ganze noch in einer Version für Kinder. Bitte das nächste mal etwas anderes.

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