Wie könnte eine Gesellschaft ohne Politik(er) aussehen?

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In einer fernen Zukunft könnte der/die PolitikerIn obsolet sein - aber wie müsste dann eine solche Gesellschaft funktionieren? Oder könnte sie das überhaupt?

Die Gedanken unserer dieswöchigen Gewinnerin, Andrea Untalm, kreisen um die Ersetzbarkeit von Politik beziehungsweise deren Proponenten und Akteure:

"Die technische Entwicklung hat in der Vergangenheit schon so manchen Beruf und so manche Tätigkeit zum Verschwinden gebracht. Ich frage mich, ob es in einer fernen Zukunft auch den Politikern so ergeht: Können Politiker von wissenschaftlichen oder technischen Errungenschaften wegrationalisiert werden?"

Wir würden diese Frage gleich ein wenig erweitern und laden ein zum Luftschlösser bauen:  Wie könnte eine Gesellschaft überhaupt aussehen, in der die Politik und ihre VertreterInnen nicht mehr notwendig sind? (red)


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Schön, lasst uns über Anarchie und Anarchismus diskutieren.

"Ist das nicht ein und dasselbe?!" Werden Sie vermutlich verdutzt fragen..

Langenscheidt sieht das kurioser Weise ungefähr genau so:

"An·ar'chis·mus, der; -, keine Mehrzahl politische Lehre, die den Zustand der ? Anarchie(1) anstrebt, Ablehnung der staatlichen Ordnung zugunsten eines selbstbestimmten Zusammenlebens ohne Zwänge aufgrund allgemein geltender Prinzipien der Gerechtigkeit, Gleichheit und Brüderlichkeit"

"An·ar'chie, die; -,-n 1.Herrschaftslosigkeit, Zustand der gesellschaftlichen Nicht-Organisation 2. Gesetzlosigkeit, gesellschaftliches Chaos, Rechtlosigkeit 3. Unordnung, Planlosigkeit"


Fällt Ihnen da was auf?

Frage falsch verstanden, Themaverfehlung - nicht genügend- bitte setzen.

Ja Mensch OberlehrerIn ; )

Fragen Sie sich lieber einmal, was sie alles nicht verstehen wollen - oder wovon sie schlicht und ergreifend keine Ahnung haben.

Ganz einfach. In einer Gesellschaft in der jeder sich im Cyberspace seine eigene virtuelle Welt schafft. Die Außenwelt-Roboter haben dann nur mehr die Aufgabe das System am Leben zu erhalten.
Da es kein Zusammenleben der Menschen mehr gibt, gibt es auch keine Notwendigkeit mehr für die Politik.

Und wer hält die Roboter am Laufen? Mangels perpetuum mobile auch in der Zukunft muss das jemand sein. Dann wissen wir auch, wer die Politik über die im Cyberspace Schwebenden macht :D

Man kann Roboter bauen die Roboter bauen und warten. Kein Problem.

Wenn das kein Problem ist, her mit den Prototypen.

Nicht dass keine Leute gäbe, die beim Patentamt regelmäßig so etwas anmelden wollen. Ist in etwa die Kategorie, die alle Umweltverschmutzung dadurch löst, dass alle Abgase in einer Kiste gesammelt und darin "niedergeschlagen" werden. Die Kiste konnte dadurch unbeschränkt aufnehmen. (Wie das "Niederschlagen" genau funktioniert, tja, das sollten "die Techniker" lösen, sei ja kein Problem mehr).

Bittebitte, um nicht ganz auf dieses Niveau abzusinken, sagen Sie doch wenigstens, dass die Roboter eine künstliche Intelligenz haben. ;)

Ach ja, da wären wir dann wieder beim Politik machen.

Irgendwann wird's sowieso keine Politiker mehr geben.
In vielleicht 10.000 Jahren gibt es alle (sinnvollen) Gesetze, die es nur geben kann. Dann werden einfach keine neuen Gesetze mehr benötigt werden, weil es alles schon mal gegeben hat und deshalb auch alles schon in bestehenden Gesetzen geregelt ist. (Da wird es dann kontingenzbasierte Gesetze geben: also wenn die Umstände so sind [z.B. Rezession], gelten die Gesetze, wenn andere Umstände vorherrschen, gelten [geringfügig] andere Gesetze.)

Durch direkte Demokratie - jeder darf Vorschläge machen, jeder darf seine Meinung entsprechend vertreten, und dann wird regelmäßig virtuell von allen abgestimmt. Damit wäre eine Politikerkaste als unsere Stellvertretung überflüssig. Schreibarbeiten, Kopieren usw. könnten die PC's dann vollautomatisch übernehmen.

Indem wir alle zunehmend virtuell vernetzt werden, sind Stellvertreter für unsere Abstimmungen und Beschlüsse (Politiker, Wahlmänner usw.) überflüssig!

vielleicht

Na ja...
ohne Politiker werden wir wohl nie auskommen.
Aber vielleicht wird sich ja eines Tages das Modell aus der Schweiz durchsetzen, wo die politiker "nur" die Gesetze erarbeiten, aber nicht beschließen.
Also das Volk selbst ersetzt als ganzes die Politiker und den Großteil ihrer Arbeit.

Wäre eine Ideallösung, ...

... doch leider sinkt die Wahlbeteiligung, je mehr demokratische Werkzeuge dem Wähler zur Verfügung stehen.
Man sieht die sehr gut am Beispiel Schweiz, bei den viel öfter stattfindenden Volksabstimmungen und deren Wahlbeteiligungen.

Ist mMn. darauf zurück zu führen, dass sich bei Wählern die mehrmals od. oft überstimmt wurden, eine gewisse Resignation einstellt.

ihr Modell gabs auch schon

in der Frühzeit des Wilden Westens
wer am schnellsten war mit dem Sechsschüssigen,dessen Argumente zählten am meisten

gibts doch längst

in Italien nennt man die Regierung ohne Politiker: "Mafia"
Modernere Formen sind derzeit schwer denkbar: gibt bei uns ja schon eine Krise,wenn ein "herzloser Computer" einige Pensionskriterien errechnen soll

ist nicht möglich

Ein jedes System braucht eine Ordnung. Jede weitere Idee zu diesem natürlich ziemlich interessanten Thema ist zwar ein lustiger Gedankensprung bzw Zeitvertreib aber nicht möglich.
GLG

Verena

is ja eine nette frage,

äusserst populär, aber eigentlich schon seit langer zeit erfüllend beantwortet:

wenn 2 oder 3 in meinem namen zusammen sind, dann bin ich mitten unter ihnen ;-)

ob ich den typen dann politiker/gott/führer nenne, oder was auch immer - auf die funktion kommt es an. schafft sie alle ab, es werden neue kommen.

selbst die parteien könnte man abschaffen - in kürzester zeit würden sich wieder nur diejenigen durchsetzen, die es schaffen über die emotionale schiene eine bewegung aufrecht zu erhalten, die aufgrund ihrer geografischen ausbreitung IMMER die mehrheit hinter sich scharen wird können.

das wäre dann anstatt övp vs. spö vs. blaue, grüne etc. der kampf zwischen wir-sind-kirche(partei) vs. attac-linke(partei) vs. 4-pfoten-rechts-konservative(partei) vs. greenpeace-idealo(partei).

halt nur ohne 'partei' ... der mensch is halt ein herdentier

"der mensch is halt ein herdentier"

Das sehe ich auch so. Und solange das so bleibt, wird es auch immer Politik und PolitikerInnen in irgendeiner Form geben. Eine Welt ohne dieselben ist erst dann vorstellbar, wenn das menschliche Individuum einen Grad der Eigenständigkeit erreicht, auf dem es sich nicht mehr durch die Zugehörigkeit zu einer Gruppe definieren muss. D.h. eigentlich erst dann, wenn sich die Mehrzahl der
Menschen überhaupt nicht mehr selbst definieren, sondern ihr Ego überwunden haben und ihre "elementare Identität" manifestieren.

Ja, Menschliche - Macht und Ideologie:

der Mensch ist nun einmal ein „animal symbolicum“ -ein „zeremonielles Tier“, das in einer Welt von Symbolen lebt und denkt,
die seiner Existenz Form, Bedeutung und Identität verleiht.

Die Existenz eines menschlichen(?) Wesens

hat jedoch auch dann "Form, Bedeutung und Identität", wenn es über die Freiheit verfügt, sich die Symbolwelt, in der es "lebt und denkt" selbst zu erschaffen. Die Eigendefinition eines solchen Wesens ist dann nicht unbeeinflussbare Voraussetzung für dessen Dasein, sondern kreativ-schöpferische Folgewirkung desselben. Jede derartige Identifikation geschieht im Bewusstsein der vollen Verantwortung für alle daraus resultierenden Konsequenzen und benötigt somit keinerlei politische oder anderweitig institutionalisierte Autorität.

Ein wirklich gutes Orchester spielt (auch) ohne Dirigentin.

Voraussetzung ist, dass nach Möglichkeit jede mit jedem in Verbindung steht. Das System steuert sich dann von selbst, ähnlich einem Fisch- oder Vogelschwarm, in dem immer wieder andere Individuen den Ton angeben, ohne dass sich eine fixe hierarchische Organisationsstruktur ausmachen ließe. Grundlage für eine derart funktionierende Gesellschaft wäre, dass der Großteil der Mitglieder nicht primär auf ihren persönlichen Vorteil oder auch den Vorteil von ihnen nahestehenden Personen (Familie, Freundeskreis, Nation, Religionsgemeinschaft) bedacht wäre, sondern immer auch das Gesamtsystem im Blick hätte. Derzeit gibt es nur wenige Menschen, die dazu in der Lage sind. Vielleicht werden es mehr.

P.S. Ich meine NICHT die Wiener PhilharmonikerInnen!

Die Frage hat uns schon der geniale Georg Kreissler

gestellt:

Aber was für ticker ist der Politiker, was kann er und was will er von der Welt.....

Zuerst muss der Begriff "Politiker" über seine Funktion definiert werden. Wird er als Volksvertreter übersetzt, so lässt sich eine Gesellschaft ohne Politiker (grob geschildert) wie folgt gestallten. ---> 1. Vermeidung von Untergrundpolitikern!


2. Jeder wahlberechtigte Bürger darf bei jeder politischen Entscheidung mit abstimmen. z.B. Über elektronische Kommunikationsmittel. Entspr. Reaktionen auf eine öffentliche Irreführung der Wähler, bezüglich der Abstimmungsinhalte!

3. Jeder Bürger darf nur mit seiner eigenen Unterschrift, öffentlich ersichtlich, politische Anträge an den Verwaltungsapparat des Staates einbringen. Absurde Anträge sind unter öffentlicher Rechtfertigung auszuscheiden.

4. Allg. Volks- Repräsentationsaufgaben werden abgeschafft. Fachliche Repräsentationsaufgaben übernimmt der jeweilige Ressourceleiter einer Verwaltungs-Fachabteilung. Als Ressourceleiter werden Fachleute in einem jederzeit öffentlichen Bewebungsverfahren von der Staatsverwaltung ermittelt.

Eine Welt ohne Politik klassifiziert man als anarchistisch

http://de.wikipedia.org/wiki/Anarchie

Nächste Frage bitte.

so ein gscheitl!

raufscrollen, frage nochmal lesen!

anarchie?

Politik kann auch gemeingesellschaftlich ohne Representanten geführt werden ohne gleich ein anarchisches System zu werden (gut, dass es jetzt gleich funktionieren würde ist auch fraglich). Allerdings sind mit einer vollen Verbreitung des Internets ganz neue, intensivierte Formen der Demokratie möglich, die tatsächlich die representative Rolle oder Nutzen von Politikern in Frage stellen könnten

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