Airlines machen gutes Geschäft mit Zusatzleistungen

17. August 2008, 18:34
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Amerikanische Airlines, chronisch in Geldnot, machen zuletzt gute Geschäfte mit dem Bordverkauf

New York - Amerikanische Airlines, chronisch in Geldnot, machen zuletzt gute Geschäfte mit dem Bordverkauf, schreibt die Zeitung New York Times am Wochenende unter dem Titel "Zumindest die Air-Sickness-Bags sind noch gratis": Seit einigen Monaten registrieren die Fluglinien mit Freude, dass ihre Kunden für alles bereit sind zu zahlen - für das Einchecken von Taschen, für alkoholfreie Getränke, für Decken und Polster. Mit diesem Wissen ausgestattet, hören sie auch nicht auf damit."

In sämtlichen US-Airlines seien Marketingabteilungen derzeit damit beschäftigt, aus den "Börsen der Reisenden mehr Geld zu extrahieren". United Airways zum Beispiel erwartet, dass man eine Milliarde Dollar Umsatz allein mit diesem "neuen Menü" machen könnte. In Zeiten hoher Treibstoffkosten bräuchten die Unternehmen eben neuen Wege, "um die Kostensituation ihres Produktes in den Griff zu bekommen", wird Edward Bastian, Präsident und Finanzchef von Delta Air zitiert. Über die Ticketpreise allein sei dies nicht möglich gewesen, weil die Kunden über das Internet auf der Suche nach dem günstigsten Flug die Preise immer mehr drückten. Die meisten der neuen "Gebühren" sind weniger auf internationalen Flügen zu finden, eher auf den "domestic flights".

"Eine Kunstform"

Doch es geht nicht nur um hohe Spritpreise: "Über die gesamte Wirtschaft haben Marketingleute die Praxis, Extras zu verkaufen, zu einer Kunstform erhoben", schreibt die Times weiter. "Die Konsumenten sehen überall 'service charges' auftauchen, bei Broadway-Shows und Rockkonzerten genauso wie für Annehmlichkeiten auf Kreuzfahrtschiffen." Als Erklärung nachgereicht werden auch die gestiegenen Kosten für Sicherheit nach den Anschlägen vom 11. September 2001.

Angesichts der Umsätze, die Airlines mit dem machen, was früher gratis war, könnten sie sich derzeit noch "taub stellen", was das aufkommende "Murren auf den Flughafenkorridoren und auf Websites der Industrie" betrifft. Sie versuchen derzeit, ein Umdenken darüber einzuleiten, was man für ein Airline-Ticket bekommt. Die nächste Idee der Vertriebsleute sei: Man zahlt dafür, wenn man sich einen Sitz aussuchen will. Im Gegenzug arbeiten Airlines nun an teureren "Alles inklusive"-Tickets. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18.8.20089

 

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