Ukraine bietet seine Radare dem Westen an

17. August 2008, 18:04
69 Postings

Moskau kündigte aus Protest am ukrainischen Nato-Kurs Vertrag über gemeinsame Nutzung der Raketen-Abwehrsysteme aus Sowjetzeit auf

Kiew - Das ukrainische Außenministerium hat dem Westen eine Zusammenarbeit bei der Raketenabwehr angeboten. Eine derartige Kooperation wurde möglich, da Russland aus Protest am ukrainischen Nato-Kurs Anfang des Jahres den Vertrag über die gemeinsame Nutzung der Raketen-Abwehrsysteme aus der Sowjetzeit aufkündigte.

"Der Austritt aus dem Abkommen von 1992 ermöglicht es der Ukraine, mit den europäischen Ländern eine Kooperation einzugehen, mit dem Ziel, die ukrainischen Raketen-Vorwarnsysteme in analoge Systeme zu integrieren", teilte das Außenministerium auf seiner Homepage mit. Eine Kooperation sei darüber hinaus auch mit "anderen Staaten, die daran interessiert sind, Informationen zu erhalten", möglich.

Zudem unterzeichnete der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko ein Dekret, das die Vorschriften für die in Sewastopol stationierte russische Schwarzmeerflotte verschärft. Demnach dürfen die Schiffe nur noch in die ukrainischen Hoheitsgewässer, wenn sie 72 Stunden vorher einen Antrag gestellt haben. Die Verlegung ist zehn Tage im Voraus zu beantragen. Außerdem soll die russische Flotte künftig auch die ukrainische Flagge hissen.

Der russische Vize-Generalstabschef Anatoli Nogowizyn stellte klar, dass die Schwarzmeerflotte einzig dem Befehl des Obersten Befehlshabers Russlands untersteht. Russland werde nur die Vorschriften befolgen, die im bilateralen Abkommen über den Status der Flotte festgelegt sind. (ved/DER STANDARD, Printausgabe, 18.8.2008)

 

Share if you care.