Red Bull will lauter brüllen

17. August 2008, 17:13
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1,5 Milliarden Euro investiert der Salzburger Energydrinkhersteller Red Bull heuer weltweit in seine Marke

Wien - 1,5 Mrd. Euro investiert der Salzburger Energydrinkhersteller Red Bull heuer weltweit in seine Marke. Der Anteil, der davon speziell für Red Bull Cola abfällt, ist aber "vernachlässigbar", wie Red Bull-Chef Didi Mateschitz laut "WirtschaftsBlatt" sagte. Nach der erfolgten Übernahme der ältesten steirischen Heilwasserquelle in Thalheim könnte in drei bis vier Jahren - neben dem Botanic Water von Carpe Diem - ein neues Heilwasser aus dem Hause Red Bull auf den Markt kommen.

Red Bull Cola sieht Mateschitz als "klassische Line-Extension", das heißt, das Cola werde unter der Marke Red Bull verkauft. Ob sich daraus ein Marktanteil von 5 oder 7 Prozent ergebe, sei nicht wirklich wichtig, da durch die Größe des Cola-Marktes auf jeden Fall ein beträchtlicher Mehrumsatz für Red Bull entstehe, begründete der Marketing-Experte die Markteinführung von "simply cola" ohne große Werbekampagne. "Wenn man, wie wir, unter einer bekannten Marke lediglich ein alternatives Produkt einführt, genügt das Wissen um eben dieses", wird Mateschitz zitiert. Auch der US-Markt soll in Angriff genommen werden.

Deutscher Markt

Laut "Österreich" sind die Marketingpläne für Red Bull Cola weitreichender als bisher angenommen. Vor allem den deutschen Markt wolle der Fuschler Getränkeriese mit seinem Cola so schnell wie möglich erobern, wird die "Wirtschaftswoche" zitiert. An vielen Tankstellen sei das Bullen-Cola demnach bereits erhältlich. In kürze soll es simly cola auch in den Regalen diverser deutscher Lebensmittelketten geben.

Zudem hängen den Angaben zufolge in London riesige Werbeplakate für das Cola aus dem Hause Red Bull. Für den Sommer plane der Konzern eine aggressive UK-Kampagne. Bis Jahresende sollen eine halbe Million Dosen kostenlos bei diversen Red Bull-Flugshows, Festivals und anderen Gelegenheiten unter das englische Volk gebracht werden, heißt es in "Österreich".

Von einer Konsumzurückhaltung merke man bei Red Bull bis dato nichts, wie Mateschitz im "WirtschaftsBlatt" betonte. Für die Zukunft werde das aber sicherlich zu berücksichtigen sein - "auch, wenn sich Red Bull durch eine überdurchschnittlich hohe Markentreue auszeichnet".

Devisenversicherung

Auf die Dollar-Schwäche und den nun teureren Wareneinsatz bei der US-Tochtergesellschaft bzw. der geringeren Wertschöpfung reagiere Red Bull nach wie vor durch langfristige Devisen-Versicherungen. Auch eine Lokalproduktion in Amerika werde seit langer Zeit diskutiert. "Bis dato sahen wir darin keinerlei Vorteile, was sich jedoch irgend wann durchaus auch ändern könnte", sagte Mateschitz.

Die deutlich gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise versucht der Getränkeriese auch weiterhin abzufangen. Red Bull ist seit über 20 Jahren im Markt und hat laut Mateschitz noch immer den gleichen Letztverbraucherpreis wie vor 20 Jahren. Sollte es nicht mehr gelingen, die Mehrkosten in ausreichendem Maß abzufangen, "müssen auch wir über den einzig möglichen Weg - den der Preiserhöhung - nachdenken", sagte der Red Bull-Chef.

2007 erzielte Red Bull einen Umsatz von 3,1 Mrd. Euro. Das European Brand Institute schätzt den Wert von Red Bull auf 12 Mrd. Euro. (APA)

 

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