Mit "Crime Maps" im Internet zur gemeinschaftlichen Verbrecherjagd

17. August 2008, 11:49
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Die Polizei in England und Wales stellt für Bürger Landkarten ins Internet, die die Gefährlichkeit einzelner Gebiete zeigen und zur Mithilfe anregen

Für Englands und Wales Bürger stellt die Regierung einen neuen Internet-Dienst zur Verfügung: Landkarten, auf denen die Kriminalitätsrate (Verbrechen pro 1.000 Einwohner) von Städten, Bezirken und Ortschaften aufgeschlüsselt werden. Das soll die Bewohner laut Pressemeldung in die Arbeit der Polizei involvieren. Ende des Jahres wird jede Polizeiabteilung gesammelte Informationen zu Verbrechen in das Kartenmaterial eintragen. Zurzeit befindet sich die Software für London in der Test-Phase.

Gemeinschaftsdienst

Ziel ist es die Gemeinden auf lokale Verbrechen aufmerksam zu machen.

  • So wird zu sehen sein, wann und wo ein Verbrechen passiert ist, bei speziellen Fällen wird sogar die Straße vermerkt.
  • Kriminalitätsraten unter den Gemeinden können miteinander verglichen werden.
  • Die Polizei verspricht sich dadurch, dass die Bürger lernen, wie lokale Gesetzeshüter Straftaten verfolgen.

"Bester Weg"

Laut der Innenministerin Jacqui Smith wird die Initiative helfen, das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Polizei zu verstärken und Gemeinden sicherer zu machen. "Mit dem Start von aktuellen, interaktiven "Crime Maps" können wir die Leute besser über Probleme in ihrer Umgebung informieren und ermöglichen ihnen mehr Mitsprache bei der polizeilichen Ermittlung."

Getestet wurde der Einsatz von Verbrechenskarten in den Ortschaften Hampshire, Lancashire und West Yorkshire. Die örtlichen Behörden haben hier über zwei Jahre lang Informationen gesammelt und in den Karten vermerkt.

Forum

In einem Blog sollen künftig Probleme mit der Crime Map offen diskutiert werden, Bürger dürfen ihre Meinung kundtun.

Wie das Netzpolitik-Portal Telepolis anmerkt, haben ähnliche Projekte in den USA nicht nur Positives bewirkt:  "Nach Meinung von Kritikern tragen Crime Maps dazu bei Stadtteile und ihre Bewohner noch stärker stigmatisieren, die Mieten und Preise für Wohnungen und Häuser zu beeinflussen. Sie würden aber auch Kriminellen dazu dienen, ihrem Geschäft eher dort nachzugehen, wo es bislang ruhig ist." (zw)

Links

Crime Map

  • Die "Crime Map" befindet sich derzeit in der Testphase.
    derstandard.at/screenshot

    Die "Crime Map" befindet sich derzeit in der Testphase.

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