Zu wenig Anti-Korruptions-Maßnahmen bei Siemens

16. August 2008, 17:38
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Heinrich von Pierer und andere Vorstandsmitglieder könnten zur Schmiergeldpraxis beigetragen haben

Der ehemalige Siemens-Zentralvorstand soll laut "Spiegel" Anti-Korruptions-Maßnahmen in dem Konzern vernachlässigt haben. Ex-Siemens-Chef Heinrich von Pierer und die übrigen Vorstandsmitglieder könnten damit zur Schmiergeldpraxis in dem Unternehmen beigetragen haben, berichtet das Nachrichtenmagazin.

"Erhebliche strukturelle Mängel"

Die Compliance-Organisation (Anti-Korruptions-Organisation) habe bis Ende 2006 "erhebliche strukturelle Mängel" aufgewiesen, die einen Teil der Erklärung für Art und Ausmaß der bekannt gewordenen Korruptionsfälle lieferten, heiße es in einem als "streng vertraulich" gekennzeichneten Papier der Anwaltskanzlei Hengeler Mueller für die neue Konzernführung.

Interessenskonflikte

Ein lückenhaftes Kontroll-, Berichts- und Informationswesen habe dazu geführt, dass relevante Daten und Fakten nicht an die richtigen Stellen gelangten, heißt es in dem Bericht weiter. Zudem sei es in der Abteilung zu Interessenkonflikten gekommen, weil sie zum einen für die Korruptions-Prävention zuständig gewesen sei, andererseits aber auch das Unternehmen habe verteidigen müssen, wenn solche Fälle öffentlich wurden.

Zu wenig Befugnisse

Die Juristen kritisieren dem Magazin zufolge darüber hinaus, dass der Chef der Anti-Korruptions-Abteilung nicht mit den Befugnissen ausgestattet worden sei, um seine umfangreichen Aufgaben zu erfüllen. (APA/dpa)

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