Als Siebente in das Medal Race

16. August 2008, 13:54
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Wettfahrtsieg für Delle-Karth/Resch - Ent­schei­dung am Sonntag - Vogl/Flatscher noch im Medaillenrennen - Hagara/Steinacher vom Wind verlassen

Qingdao - Damit Nico Delle-Karth/Niko Resch am Sonntag eine Olympia-Medaille im 49er holen, müsste schon ein kleines Wunder passieren. Mit einem Wettfahrtsieg haben die Vizeweltmeister von 2007 am Samstag aber eine starke Leistung gezeigt und werden versuchen, dies im Medal Race nochmals zu wiederholen. Für die 470er-Damen Sylvia Vogl/Carolina Flatscher geht es hingegen am Montag um Edelmetall, sie haben zehn Punkte Rückstand auf Bronze, aber mit zwei bisherigen ersten Plätzen beweisen, dass sie vorne mit dabei sein können.

Kaum noch Chancen auf eine Medaille

Im Medal Race werden doppelte Punkte vergeben, das Resultat ist nicht streichbar. Delle-Karth Resch liegen als Siebente mit 77 Punkten 16 Zähler hinter den drittplatzierten Australiern Nathan Outteridge/Ben Austin. In Front sind die Dänen Jonas Warrer/Martin Kirketerp Ibsen mit 47. Wie sich eine Medaille noch ausgehen kann, das ist jedenfalls höhere Mathematik - auf jeden Fall müssten die Österreicher das Medal Race gewinnen, die Konkurrenz am Ende des Feldes landen bzw. ein Boot disqualifiziert werden.

"Durch kleine Fehler taktischer Natur haben wir im Laufe der Regatta immer wieder mal ein paar Punkte liegen gelassen, die uns jetzt den Sprung nach vorne erschweren. Wir haben heute unsere erste olympische Wettfahrt gewonnen, das bedeutet uns sehr viel. Wir werden im Medal Race alles daran setzen, dass uns das noch einmal gelingt", gab sich Vorschoter Resch kämpferisch.

"Selbst wenn wir gewinnen, müssen wir auf ein Wunder hoffen. Die Nerven der anderen müssten schon sehr blank sein", weiß Delle-Karth. Auch Trainer Peter Krimbacher hat die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben. "Sie haben es zwar nicht mehr selber in der Hand, auf Angriff segeln liegt unseren Burschen aber auf jeden Fall mehr als zu verteidigen." Am Samstag schauten neben dem Sieg die Plätze 13 und 5 heraus.

Bessere Aussichten für Vogl/Flatscher

Die Europameisterinnen Vogl/Flatscher verschafften sich nach den Tagesrängen sechs und elf eine gute Ausgangsposition für die finale Wettfahrt. Während den Australierinnen Elise Rechichi/Tessa Parkinson Gold nur noch schwer zu nehmen sein dürfte, segeln acht Boote um die weiteren Medaillenplätze. "Wir haben versucht, zu attackieren, sind aber nicht volles Risiko gegangen. Wir sind zufrieden, vor allem weil wir uns immer wieder zurück gekämpft und die eine oder andere brenzlige Situation gut gemeistert haben", meinte Flatscher.

Vogl ist mit der Ausgangsposition "mehr als happy. Unsere Zuversicht ist entsprechend groß, wir freuen uns auf das Finale." Von Trainer Alfred Pelinka gab es lobende Worte. "Sie können aus eigener Kraft Bronze schaffen, das alleine ist schon eine große Genugtuung."

Hagara/Steinacher unter Druck

Die Tornado-Doppel-Olympiasieger Roman Hagara/Hans Peter Steinacher sind nach den Tagesrängen 10 und 14 nur Gesamt-14. (36 Punkte) und damit im derzeit geschlagenen Feld. In der ersten Wettfahrt hatten sie einen Top-Drei-Platz im Visier, doch auf der letzten Kreuz war auf einmal der Wind weg. "Wir sind am Fleck gestanden und waren chancenlos", war Hagara etwas sprachlos, am Ende hatten die Österreicher 10:03 Minuten Rückstand auf die argentinische Trainingspartner und Sieger Santiago Lange/Carlos Espinola.

"Wir hätten schwimmen oder paddeln können. Segeltechnisch haben wir uns einfach nicht mehr vom Fleck bewegt. Unvorstellbar", meinte Steinacher. Das Unternehmen Medaille ist aber natürlich noch nicht aufgegeben. "Wir brauchen jetzt aber eine Extraportion Glück. Wenn wir in den ausstehenden sieben Wettfahrten konstante Top-Ergebnisse nach Hause bringen, ist nichts verloren. Passieren darf uns aber nichts mehr", ist sich Hagara bewusst.

"Wir haben in der Windlotterie bis dato nur Nieten gezogen und dürfen uns jetzt nichts mehr leisten. Natürlich haben wir uns das anders vorgestellt, stecken aber auf keinen Fall den Kopf in den Sand", heißt es aus dem rot-weiß-roten Tornadolager. In Führung liegen die Spanier Fernando Echavarri/Anton Paz (8) vor den Australiern Darren Bundock/Glenn Ashby (12) und Lange/Espinola (16).

Geritzer um Schadensbegrenzung

Lasersegler Andreas Geritzer kam auf einen 20. Rang, als Gesamt-14. mit 56 Punkten liegt er bereits 30 Zähler hinter Bronze. "Für mich geht es im Moment um den Einzug ins Medal Race und somit um Schadensbegrenzung", macht sich der Silbermedaillengewinner von Athen 2004 nichts vor. Der Italiener Diego Romero führt (24).

Hans Spitzauer/Christian Nehammer wurden am Samstag Zehnte und Elfte (Gesamt-14. mit 35 Punkten), Steuermann Spitzauer haderte mit kleinen taktischen Fehlern, "die uns das Leben unnötig schwer machen. Unsere Bootsgeschwindigkeit ist gut, aber der Rhythmus fehlt uns noch ein wenig." Die US-Amerikaner John Dane/Austin Sperry setzten sich bis jetzt am stärksten in Szene (14).

Schmid/Reichstädter landen auf Rang 24

Nach den Tagesrängen 5,19 und 11 ist für die 470er-Herren Matthias Schmid und Florian Reichstädter die erste Olympiateilnahme auf dem 24. Gesamtrang beendet, sie sind nicht für das Medal Race qualifiziert. "Das Ende war versöhnlich, der Rest zum Teil deprimierend. Wir sind im Fünf-Knoten-Wind-Bereich nicht ins Fahren gekommen und haben dadurch taktische Patzer am laufenden Band produziert. Alles in allem war es aber eine extrem wichtige Erfahrung, jetzt warten vier weitere Jahre harte Arbeit auf uns, in London wollen wir um eine Medaille mitsegeln", bilanzierten sie. (APA)

 

 

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Delle-Karth/Resch fahren zum Medal Race.

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