Sausgruber will bis 2014 im Amt bleiben

16. August 2008, 13:34
16 Postings

Landeshauptmann im VN-Interview: "Rot-Grün ist eine Philosophie, die in unvernünftiger Form Dinge verteilt, die nicht vorhanden sind"

Bregenz - Der Vorarlberger Landeshauptmann Herbert Sausgruber (V) möchte bis 2014 im Amt bleiben. Bisher war davon ausgegangen worden, Sausgruber werde Mitte der nächsten Legislaturperiode sein Amt an Landesstatthalter Markus Wallner übergeben. Schon bald nach Wallners Angelobung im Dezember 2006 hatte Sausgruber Wallner als seinen Nachfolger bezeichnet.

Wenn er bei der Landtagswahl 2009 einen klaren Wählerauftrag bekomme, stehe er grundsätzlich für die volle Periode zur Verfügung, wird Sausgruber in einem Interview in der Samstag-Ausgabe der "Vorarlberger Nachrichten" (VN) zitiert. Die frühzeitige Bekanntgabe seines Nachfolgers sei kein Fehler gewesen, sondern Verantwortung gegenüber der Bevölkerung, die wissen solle wie es in der Führungsfrage weitergehen könnte. In der Landesregierung seien, so Sausgruber, in nächster Zeit keine personellen Änderungen geplant.

Tritt 2009 nochmal an

Er trete bei der Landtagswahl 2009 auch deswegen nochmals an, um Rot-Grün zu verhindern, so Sausgruber: "Rot - Grün ist eine Philosophie, die in unvernünftiger Form Dinge verteilt, die nicht vorhanden sind". Aufgabe der Politik sei es, positive Entwicklungen zu begleiten und nicht völlig unmögliche Dinge zu versprechen. Das erwarte er auch von der Bundesregierung, sagte Sausgruber und nannte als Beispiel die Steuerreform. Er habe zu Kanzler und Vizekanzler gesagt, "passt auf, dass die Erwartungen nicht in eine Dimension geschraubt werden, die dann nur zu Frustrationen führen kann, weil es zehnmal höher ist wie die tatsächliche Möglichkeit zur Entlastung," wird Sausgruber in den "VN" zitiert.

Kritik an Großer Koalition

Scharfe Kritik übte Sausgruber an der Großen Koalition, die sich noch kurz vor ihrem Ende seinen "intensiven Zorn" zugezogen habe: "Die sahen eine Änderung der Bundesverfassung vor, mit Zugriff auf die Kassen. Man kann offenbar nicht erkennen, dass man die Bundesverfassung in Ruhe lassen soll. Und wenn man sie ändern will, dann einvernehmlich mit den Ländern". Zu Prognosen für eine mögliche Regierungskonstellation nach der Nationalratswahl, meinte Sausgruber: Ich bin schon froh, wenn es eine handlungsfähige Kombination von Parteien gibt, die nicht Rot-Grün heißt und bei der die handelnden Personen miteinander können".

Sausgruber ist seit 2. April 1997 Landeshauptmann von Vorarlberg. Der studierte Jurist begann seine politische Karriere als Gemeindevertreter in Höchst (Bezirk Bregenz), wo er auch heute noch wohnt. 1979 zog er in den Landtag ein. 1989 wurde Sausgruber Landesrat, 1990 Landesstatthalter (Landeshauptmann-Stellvertreter). Sausgruber wurde am 24. Juli 1946 in Bregenz geboren, ist verheiratet, hat drei Kinder und mehrere Enkelkinder. (APA)

 

Share if you care.