Russinnen um Gold

16. August 2008, 13:17
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Dinara Safina schlägt Lokalmatadorin Li Na in zwei Sätzen - Jelena Dementjewa schaltet Bammer-Bezwingerin aus - Djokovic holt Bronze

Peking - Dinara Safina hat am Samstag mit ihrem 7:6(3),7:5-Sieg über die Chinesin Li Na das russische Finale um die Goldmedaille beim olympischen Tennisturnier in Peking perfekt gemacht. Zuvor hatte sich Jelena Dementjewa gegen Vera Swonarewa, die im Viertelfinale Sybille Bammer in drei Sätzen besiegt hatte, mit 6:3,7:6(3) durchgesetzt. Keine der beiden hat bisher einen großen Titel gewonnen. Bronze im Herrenbewerb ging an den Serben Novak Djokovic, der James Blake 6:3,7:6(4) bezwang.

Safina prolongierte damit ihre seit 15 Spielen dauernde Siegesserie. Vor Olympia triumphierte die 22-jährige dreifache Saisonsiegerin und French-Open-Finalistin in Los Angeles und Montreal. Der Erfolgslauf von Li, die als erste Chinesin überhaupt eine Runde in einem Einzelbewerb bei Olympia gewonnen hatte, fand dagegen vor heimischem Publikum ein Ende.

Gegen Swonarewa im Match um Bronze hat die 26-jährige Weltranglisten-42. aber noch die Chance, bei ihrem zweiten Olympia-Antreten, ihre erste Medaille zu holen. Swonarewa war nur durch die verletzungsbedingte Absage ihrer Landsfrau Maria Scharapowa ins Team nachnominiert worden. Sie ist zwar die Nummer elf der Welt, jedoch "nur" die sechstbeste Russin und daher nicht für Peking qualifiziert gewesen.

Safinas Goldtraum bei ihrer Olympia-Premiere ist hingegen jetzt nur noch von Dementjewa zu zerstören. Eine Premiere hat das Finale auf jeden Fall zu bieten, egal wie es ausgehen wird. Sowohl die Schwester des ehemaligen Weltranglistenersten Marat Safin als auch die 26-jährige Dementjewa haben noch keinen großen Titel geholt. Für Dementjewa, 2004 Finalistin der US Open und in Roland Garros, ist es nach 2000 in Sydney ihr zweites Olympia-Finale.

Im Head-to-Head liegt Safina 5:2 voran, auch alle bisherigen drei Begegnungen in diesem Jahr hat sie gewonnen. Vor acht Jahren unterlag Dementjewa, die aktuelle Nummer sieben der Welt, im Olympia-Finale von Sydney Venus Williams klar in zwei Sätzen. Die US-Amerikanerin kämpft diesmal zusammen mit ihrer Schwester Serena nach einem 4:6,6:4,6:1 in einem echten "Sisteract" über die ukrainischen Schwestern Katerina und Alona Bondarenko nun um ihr zweites Olympia-Gold.

Novak Djokvic holt sich Bronze

Die Nummer eins geschlagen und trotzdem stand James Blake am Ende mit leeren Händen da. Der US-Amerikaner, der im Viertelfinale dem Schweizer Roger Federer aus dem Wettbewerb geworfen hatte, unterlag am Samstag in Peking im Match um Platz drei dem an Nummer drei gesetzten Serben Novak Djokovic mit 3:6,6:7(4) und musste sich ohne Medaille zu den am übernächsten Montag startenden US Open verabschieden.

Djokovic sank nach dem Matchball zu Bronze, trotz der knappen Halbfinalniederlage gegen Rafael Nadal tags zuvor, überglücklich auf die Knie und riss sich das Tennis-Trikot vom Leibe. Mit der serbischen Fahne lief er über den Hartplatz und warf zwei seiner Rackets in die Zuschauerränge.

Der spanische Saisondominator und künftige Weltranglistenerste Nadal trifft am Sonntag bei seinem Olympia-Debüt als großer Favorit auf den Chilenen Fernando Gonzalez, der bei Olympia offenbar sein bestes Tennis zu spielen versteht. Schon vor vier Jahren in Athen holte er neben Gold im Doppel auch Bronze im Einzel und meinte deshalb nun im Vorfeld des Endspiel: "Das Schlimmste, was mir jetzt noch passieren kann, ist am Ende alle drei Medaillen zu haben."

Bronze auch für Bryan-Brüder

Jene in Bronze sicherten sich die Brüder Bob und Mike Bryan. Die topgesetzten US-Amerikaner, die im Achtelfinale Jürgen Melzer und Julian Knowle besiegten und im Halbfinale überraschend Roger Federer/Stanislas Wawrinka unterlagen, gewannen das Match um Rang drei gegen Arnaud Clement/Michael Llodra(FRA) 4:6,6:3,6:4. (APA/dpa/Reuters/AFP)

 

 

 

 

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    Dinara Safin

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