Siemens-Büros in Argentinien in Schmiergeld-Skandal durchsucht

16. August 2008, 11:25
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Unternehmen wird vorgeworfen in 90er Jahren Bestechungsgelder gezahlt zu haben, um Regierungsaufträge zu erhalten

Im Schmiergeld-Skandal bei Siemens hat die argentinische Polizei am Freitag nach Angaben eines Gerichtsvertreters die Büros des Konzerns in Buenos Aires durchsucht. Die Aktion hatte Richter Ariel Lijo angeordnet. Dieser geht Vorwürfen nach, wonach das Unternehmen in den 90er Jahren Bestechungsgelder gezahlt haben soll, um an Regierungsaufträge zu kommen. Die am Freitag beschlagnahmten Dokumente und Computer würden nun auf Beweise für irreguläre Zahlungen hin untersucht, erklärte der Gerichtsvertreter. Siemens Argentina bestätigte die Durchsuchung, nannte jedoch keine weiteren Details.

Argentinische Ausweise

Siemens hatte 1998 während der Amtszeit des damaligen Präsidenten Carlos Menem den Auftrag erhalten, argentinische Ausweise herzustellen und zu verteilen. Der Auftrag wurde drei Jahre später von Menems Nachfolger Fernando de la Rua wegen angeblicher Unregelmäßigkeiten rückgängig gemacht. Siemens reichte daraufhin eine 500 Millionen Dollar schwere Klage gegen das südamerikanische Land ein.

1,3 Milliarden Euro

Das Unternehmen mit Sitz in München geht bereit seit mehr als einem Jahr Vorwürfen nach, wonach der Konzern weltweit Bestechungsgelder für Aufträge gezahlt haben soll. Dabei geht es um verdächtige Zahlungen in Höhe von insgesamt rund 1,3 Milliarden Euro. (Reuters)

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