US-Militär unterstützt Forschung für Gedankenlesen

16. August 2008, 10:04
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Mit vier Millionen Dollar - Skeptiker befürchten Einsatz auch gegen den Willen Betroffener

Los Angeles - Die US-Streitkräfte unterstützen ein Projekt zum Entziffern von Gedanken im menschlichen Gehirn. Ziel ist eine Messmethode für Hirnsignale, die mit Hilfe eines Computerprogramms in Sprache übersetzt werden sollen - also eine Art Gedankenlesen. Die Forschung soll es nach offizieller Hoffnung ermöglichen, die Gedanken von Soldaten mit schweren Kopfverletzungen oder auch von Schlaganfallpatienten zu lesen. Skeptiker befürchten, dass solche Möglichkeiten auch bei Verhören eingesetzt werden könnten.

Hirnaktivität mit Hilfe von Elektroden gemessen

Ein Forscherteam der Universitäten Kaliforniens und Marylands haben vom US-Heer vier Millionen Dollar (2,72 Mio. Euro) für das Projekt erhalten, wurde am Freitag in Los Angeles bekannt. Es wendet dabei eine Hirnstrommessung an, die als EEG bekannt ist und bei der Hirnaktivität mit Hilfe von Elektroden gemessen wird, die am Kopf angebracht werden. Versuchspersonen werden so verkabelt gebeten, bei der Messung ein von den Forschern vorgegebenes Wort zu denken. Durch die Analyse der Hirnaktivität wollen die Forscher zu einer Software kommen, die Gedanken einer Person lesen kann.

Von Gedankenlesen noch weit entfernt

Ein leitendes Mitglied der Forschergruppe Michael D'Zmura, sagte, davon sei man noch weit entfernt. "Eine Person zu haben, die frei denkt und dann herauszufinden, was es ist - davon sind wir noch Jahre entfernt", sagte D'Zmura, der die Abteilung Kognitionswissenschaft der kalifornischen Universität in Irvine leitet. Nach seinen Worten wird diese Art von Gedankenlesen immer von der aktiven Kooperation einer Person abhängen. Gegen deren Willen werde nichts entziffert werden können. (APA/AP)

 

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