US-Militär: Mehr als neunzig Aufständische getötet

16. August 2008, 20:37
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Tagelange Kämpfe im Süden des Landes - Eigene Verluste habe es nicht gegeben - Gewalt nimmt weiter zu - Kämpfe erschweren Hilfsorganisationen die Arbeit

Kabul - Bei Kämpfen in den vergangenen Tagen haben afghanische Sicherheitskräfte und US-geführte Truppen nach eigenen Angaben mehr als 90 Rebellen getötet. Im Süden des Landes hätten Aufständische eine gemeinsame Patrouille ausländischer und afghanischer Soldaten mit Panzerabwehrraketen und Maschinengewehren angegriffen, teilte das US-Militär ohne Angaben über den genauen Ort des Geschehens mit.

Bei den Gefechten, die am Mittwoch ausgebrochen seien und am Samstag noch andauerten, seien Dutzende Extremisten getötet worden. Tote in den eigenen Reihen habe es nicht gegeben. Am Freitag seien zudem bei Kämpfen in der nordöstlich von Kabul gelegenen Provinz Kapisa mehrere Rebellen getötet worden.

Kontrollposten angegriffen

Das Innenministerium in Kabul gab an, einheimische Polizisten hätten am Freitag 23 Aufständische getötet. Die Extremisten hätten zwei Kontrollposten in der südlichen Provinz Helmand angegriffen.

Die Gewalt in Afghanistan hat in diesem Jahr nochmals zugenommen. Hilfsorganisationen zufolge kamen bei Kämpfen zwischen Taliban-Rebellen und Sicherheitskräften seit Anfang 2008 rund 2500 Menschen ums Leben gekommen, darunter etwa tausend Zivilisten.

Die sich verschlechternde Sicherheitslage in Afghanistan mache die Arbeit für die internationalen Hilfsorganisationen immer schwieriger, erklärte Ciaran Donnelly, Leiter des International Rescue Committee (IRC) in Afghanistan, am Samstag. Die in New York ansässige Organisation hat in den vergangenen Tagen vier Mitarbeiter bei Angriffen der Taliban verloren. Drei der Opfer waren Frauen.

Der Anschlag auf die deutlich gekennzeichneten Fahrzeuge, der sich am Mittwoch auf einer Hauptverkehrsstraße südlich von Kabul ereignete, war nur das jüngste Glied in einer Kette von Attacken auf Hilfsorganisationen in diesem Jahr. Immer mehr Helfer fragen sich mittlerweile, ob sie ihre gefährliche Arbeit in entlegenen Gegenden noch fortsetzen können, wo Hilfe am nötigsten gebraucht wird. Trotz der größer werdenden Gefahr hat sich bisher aber noch keine Hilfsorganisation komplett aus Afghanistan zurückgezogen. (APA/Reuters/AP)

 

 

 

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