Aus für Doppler/Gartmayer

16. August 2008, 07:16
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Bitter: Gruppensieger in erster K.o.-Runde in drei Sätzen gescheitert - 21:19,16:21 und 13:15 gegen das georgische Duo Geor/Gia

Peking - Nach der souveränen Vorstellung in der Poolphase sind Clemens Doppler/Peter Gartmayer am Samstag im Achtelfinale des olympischen Beach-Volleyball-Turniers in Peking unerwartet ausgeschieden. Österreichs favorisiertes Nummer-eins-Duo musste sich den gebürtigen Brasilianern Renato Gomes/Jorge Terceiro, die als Geor/Gia für Georgien antreten, nach 58 Minuten in drei Sätzen 21:19,16:21,13:15 geschlagen geben.

Kampf- und Krampfpartie

In der Vorrunde hatten Doppler/Gartmayer noch zwei der besten Teams der Welt bezwungen und den Gruppensieg davongetragen. Im ersten K.o.-Match kam für "DG" aber trotz des Gewinnes des ersten Satzes der Schock. Denn danach riss im Pekinger Chaoyang-Park der Faden bei den von Mirna Jukic, Claudia Heill sowie ihrem diesmal in ein ÖOC-Shirt gekleideten Trainer Marco Solustri angefeuerten Österreichern, die zuvor gegen Geor/Gia drei von vier Partien gewonnen hatten, zeitweise völlig.

"Sie haben nach Satz eins sofort reagiert und von reiner Verteidigung auf Angriff umgestellt", erklärte Doppler die Wende zugunsten der von Ricardo Emanuel gecoachten "Georgier". Ab dann sei alles nur noch eine reine Kampf- und Krampfpartie gewesen. "Mir ist zum Plärren. Wir waren erstmals die Favoriten, vielleicht hat das den Unterschied ausgemacht. Wenn wir aber wirklich wüssten, woran es lag, wären wir Weltmeister", sagte der fassungslose Oberösterreicher.

Überheblich sei man keinesfalls gewesen. "Das wäre das falscheste Wort überhaupt. Unser Spiel war einfach eckig, wir mussten ständig kämpfen", seufzte Doppler. "Wenn wir auch heute spielen, was wir können, sind wir eine Klasse besser als sie und gewinnen 2:0. Aber ich habe einfach nicht gut gespielt heute. Die anderen hätten nie gedacht, dass sie gegen uns gewinnen", sagte Doppler, der die Spiele in Athen wegen einer Knieverletzung verpasst hatte. "Diese Erinnerung wollte ich verschwinden lassen. Das ist trotz des verpassten Zieles gelungen."

"Da ist einiges schiefgelaufen heute"

Auch Gartmayer gab nach der verpassten Riesenchance zu: "Die müssen wir normalerweise schlagen. Wir wollten unbedingt gewinnen, weil Platz fünf unser großes Ziel war. Vielleicht war das der Grund." Man habe zwar versucht gegenzusteuern, "das hat aber immer nur für kurze Zeit gefruchtet. Nach jeder erfolgreicher Aufholjagd hatten wir immer wieder Hänger. Da ist einiges schiefgelaufen heute", erklärte der Wiener, der sich bei seinen daumendrückenden Sportlerkollegen nach tröstenden Umarmungen entschuldigte. "Ihr seid alle da und wir konnten euch nichts zurückgeben", so Gartmayer.

Wie knapp es trotz allem wirklich herging, erklärte der georgische Volleyball-Verbandspräsident Lewan Achwlediani. "Unsere waren bei der EM gegen Clemens und Peter im dritten Satz auch schon klar vorne und haben noch verloren. Ich habe deshalb bis zum Schluss gezittert", sagte Achwlediani. Er sei überzeugt, dass die kriegerische Situation in der Wahlheimat der Brasilianer diese zusätzlich motiviert habe. "Auch wenn es ihre zweite Heimat ist, sie lieben dieses Land!"

Zukunft des Duos offen

Wie es nun langfristig mit "DG" weitergeht, ist offen. Doppler kann sich 2012 in London gut vorstellen. "Aber im Beach-Volleyball braucht es einen Partner. Wir werden nach Peking besprechen, wie es mit Peter und Solustri weitergeht", erklärte der Kirchdorfer. "Die Quali für London beginnt 2011. Natürlich wäre es gescheit, wenn man schon deutlich vorher weiß, mit wem man spielt."

Während Doris und Stefanie Schwaiger schon am Vortag sensationell das Viertelfinale des Damenturniers in Peking erreicht hatten und am Sonntag (5.00 MESZ) gegen China um eine Medaillenchance spielen, gab es am Samstag durch Florian Gosch/Alexander Horst bei den Herren noch eine weitere Chance auf Platz fünf.

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    Bei den Österreichern schlichen sich ungewohnte Fehler ein.

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