Insekten führen zu medizinischen Schätzen

17. August 2008, 19:22
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Keine Stecknadel im Heuhaufen suchen: Bunt und auffällig gefärbte Insekten frequentieren vor allem Arzneipflanzen

Washington DC - Ein Forscherteam des Smithsonian Tropical Research Institute in Panama hat entdeckt, dass bunt und auffällig gefärbte Insekten eindeutige Hinweise auf das Vorhandensein von Arzneipflanzen liefern. Die Insekten ernähren sich nämlich von solchen Pflanzen und nehmen die aktiven Substanzen auf, um sich selbst vor Fressfeinden zu schützen, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist in seiner Online-Ausgabe.

Die Suche nach neuen Heilmitteln in den tropischen Regenwäldern ist ähnlich wie die berühmte Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Pflanzen zeigen von außen nicht, ob sie über aktive Substanzen verfügen oder nicht. "Die Insekten, die sich von ihnen ernähren, tun das jedoch schon", berichtet der Entomologe Todd Capson vom Smithsonian Institute. In einem Feldversuch untersuchten die Forscher ihre zuvor aufgestellte Theorie. Sie untersuchten zehn Pflanzen, die als Heilpflanzen bekannt sind und zehn, die keine aktiven Substanzen aufzuweisen hatten, den Heilpflanzen aber ähnlich schauten. Anschließend untersuchten sie die Frequenz von auffällig-gefärbten Insekten auf diesen Pflanzen.

Ergebnis

Tatsächlich frequentierten die grell-gefärbten Insekten neun von zehn Pflanzen, die aktive Stoffe hatten. Umgekehrt konnten sie nur vier auf den Nicht-Heilpflanzen feststellen. Jede der Heilpflanzen hatte durchschnittlich 1,9 schillernde Insekten auf ihren Blättern. Bei den anderen Pflanzen waren es nur 0,5. "Das ist das erste Mal, dass jemand nachgewiesen hat, dass auffällig gefärbte Insekten in Zusammenhang mit Heilpflanzen stehen", so der Forscher.

Bisher hatten Forscher auf der Suche nach neuen Substanzen vor allem auf das Wissen aus traditionellen Medizinsystemen zurückgegriffen. (pte)

 

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