Keine Auswärtstorregel im Horr

14. August 2008, 13:04
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Vorstand Kraetschmer: "Haben damit gerechnet" - 2004 gab es im UEFA-Cup schon einmal nur ein Spie

Nyon/Wien - Die Europäische Fußball-Union (UEFA) hat am Donnerstag entschieden, dass die Auswärtstorregel für das auf eine Partie reduzierte UEFA-Cup-Duell zur zweiten Qualifikationsrunde zwischen Austria Wien und dem georgischen Vizemeister WIT Tiflis am 28. August im Favoritner Horr-Stadion (19.30 Uhr) nicht gilt.

Das bedeutet, wenn nach 90 Minuten der Spielstand 1:1, 2:2 usw. lautet, wird das Match um zweimal 15 Minuten verlängert. Ist auch dann noch keine Entscheidung gefallen, wird der Aufsteiger in die erste Hauptrunde im Elfmeterschießen ermittelt. Dieses Prozedere kommt natürlich auch bei einem torloses Remis nach regulärer Spielzeit zur Anwendung.

"Wir haben damit gerechnet. Es ist gut, dass es jetzt endgültig Klarheit gibt und die Entscheidung auf dem grünen Rasen fällt. Wir von der Austria hoffen, dass die Tifliser ausreisen und am 28. August in Wien antreten können", sagte Austrias Wirtschaftsvorstand Markus Kraetschmer am Donnerstag.

Eine gerechte Lösung

Für Sportvorstand Thomas Parits kam die Entscheidung ebenfalls nicht überraschend. "Unter diesen Umständen ist das für mich eine gerechte Lösung. Es ist ja kein Verschulden der Austria, dass wir in Tiflis oder Rize nicht spielen können. Wir gehen mit 0:0 in das Spiel und haben somit alle Chancen auf eine erfolgreiche Qualifikation für die nächste Runde", meinte der Burgenländer.

Die UEFA hatte nach den Kriegswirren am Kaukasus zwischen Russland und Georgien aus Sicherheitsgründen zunächst das für den (heutigen) Donnerstag angesetzt gewesene Hinspiel in Tiflis abgesagt, es dann in die osttürkische Stadt Rize verlegt und schließlich ganz abgesagt. Grund dafür war letztlich, dass es dem Austria-Gegner angesichts des herrschenden Chaos rund um Tiflis nicht möglich war, die Hauptstadt zu verlassen.

Keine Premiere

Nur ein Spiel in einer Runde des UEFA-Cups wie es nun am 28. August in Wien auf dem Programm steht, ist in der Historie keine Premiere. Am 30. September 2004 war der SC Heerenveen, der niederländische Arbeitgeber des Österreichers Thomas Prager, durch einen 5:0-Heimsieg gegen Maccabi Petah Tikva von der ersten Hauptrunde in die Gruppenphase aufgestiegen.

Schon damals war von der UEFA die Auswärtstorregel gestrichen worden. Das Duell wurde vor vier Jahren nur in einer Partie entschieden, nachdem das Hinspiel in Israel aufgrund eines Streiks im öffentlichen Dienst abgesagt worden war. Der lahmgelegte Flugverkehr hatte die Anreise der niederländischen Delegation unmöglich gemacht. Auch die intensiven Bemühungen, einen neutralen Spielort zu finden, waren gescheitert.

In der Saison 2004/05, als es zu diesem Präzedensfall kam, hatte die Austria ihren bisher jüngsten erfolgreichen Europacup-Auftritt. Damals drangen die Veilchen bis ins UEFA-Cup-Viertelfinale vor, scheiterten dort aber am FC Parma (1:1 in Wien bzw. 0:0). Die Italiener schieden dann in der Runde der letzten Vier gegen den späteren Cupsieger ZSKA Moskau aus. Die Austria, der einzige ÖFB-Verein, der seit 2002 stets im Europacup mitspielt, hat heuer das Erreichen der Gruppenphase als Ziel ausgegeben.(APA)

 

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