Lufthansa steigt bei Einstellungen auf die Bremse

14. August 2008, 12:22
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Bis auf weiteres werden bei der Lufthansa in Zentralfunktionen und der Passagierbeförderung keine weiteren Mitarbeiter mehr eingestellt

Frankfurt - Bei der Lufthansa gilt bis auf weiteres ein Einstellungsstopp. In einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Donnerstag-Ausgabe) verneinte Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber die Frage, ob der im Juni und Juli verkündete Einstellungsstopp befristet sei. "In diesem Jahr gab es 2.800 Einstellungen. Jetzt können wir angesichts der veränderten Rahmenbedingungen leider keine weiteren Einstellungen mehr verantworten", sagte der Vorstandsvorsitzende der größten deutschen Fluggesellschaft. Die Deutsche Lufthansa trete insgesamt "deutlich auf die Bremse". Eine Lufthansa-Sprecherin erläuterte, der Einstellungsstopp beziehe sich auf die sogenannten Zentralfunktionen und die Passagierbeförderung, also beispielsweise auf Verwaltung, Check-In-Mitarbeiter und Flugbegleiter.

"Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass in unserer Branche die Alarmglocken läuten", sagte Mayrhuber. "Mehr als 25 Airlines mussten dieses Jahr bereits ihren Betrieb einstellen. Es werden bei vielen Airlines Flugzeuge außer Dienst auf Wüstenparkplätze gestellt, Mitarbeiter entlassen und Sozialpläne geschmiedet. Wir wollen es dazu nicht kommen lassen." Fluggesellschaften weltweit macht der kräftig gestiegene Kerosinpreis zu schaffen. Der Lufthansa verpassten zudem Streiks von Piloten, Technikern und Stewardessen einen Dämpfer.

Mayrhuber warnte die Pilotenvereinigung Cockpit, die nach Streiks bei den Lufthansa-Töchtern CityLine und Eurowings auch Warnstreiks bei der Lufthansa-Mutter angekündigt hatte, vor einem weiterem Arbeitskampf: "Die Lufthansa kann im Konzert der großen Europäer nur eine Rolle spielen, wenn sie in der Fläche präsent ist. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit muss wissen, dass sie mit Streiks diese Wurzeln gefährdet." (APA/dpa)

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