Chrysler sucht Partner in Russland und Indien

14. August 2008, 11:48
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Nachfrageeinbruch auf dem Heimatmarkt macht ehemaliger Daimler-Tochter zu schaffen

Traverse City - Die ehemalige Daimler-Tochter Chrysler will ihr Überleben mit Kooperationen in Russland und Indien sichern. In beiden Ländern habe der drittgrößte US-Autobauer bereits mit einer Reihe von Unternehmen Verhandlungen geführt, sagte Chrysler-Manager Tom LaSorda am Mittwoch am Rande einer Branchenveranstaltung in Traverse City. Die Gesprächspartner wollte er jedoch nicht nennen. Möglicherweise bereits im nächsten Jahr werde der Konzern eine Allianz in Russland schmieden.

Wie seinen größeren US-Rivalen GM und Ford macht Chrysler der dramatische Nachfrageeinbruch auf dem Heimatmarkt zu schaffen. In diesem Jahr hat Chrysler dort knapp ein Viertel weniger Wagen verkauft als vor einem Jahr. Viele Branchenexperten sehen die Existenz der US-Autogiganten ernsthaft gefährdet, falls die Krise noch lange anhält.

Fiat sucht Partner

LaSorda bestätigte, dass auch der italienische Autobauer Fiat wegen einer Allianz auf Chrysler zugekommen sei - formelle Gespräche gebe es bisher aber nicht. Fiat sucht derzeit einen Partner, am nach 25 Jahren wieder auf den nordamerikanischen Markt zurückzukehren. Reuters hatte bereits vor einem Monat erfahren, dass Chrysler möglicherweise Produktionskapazitäten in den USA an Fiat vermieten und beim Vertrieb mit den Italienern zusammenarbeiten könnte.

Zur Beschaffung von Kapital habe Chrysler bereits Vermögenswerte von mehr als eine Milliarde Dollar (671 Mio. Euro) zum Verkauf bestimmt, sagte La Sorda. Er betonte, Chrysler-Eigentümer Cerberus Capital Management wolle trotz der Branchenkrise in den USA an der Investition festhalten. (APA/Reuters)

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