Umsatz legt zu, Betriebsergebnis nicht

14. August 2008, 12:36
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Die Post hat den Verlust zweier Paket-Großkunden durch einen Zukauf in Deutschland wettgemacht, der Umsatz stieg im Halbjahr um 7,3 Prozent, das EBIT sank um 3,6 Prozent

Wien - Die Post hat den Verlust zweier Paket-Großkunden 2007 gut bewältigt und den Umsatzverlust im ersten Halbjahr 2008 durch einem Zukauf in Deutschland wieder wettgemacht. Auch der operative Gewinn (Ebit) sank nur geringfügig auf 81.9 (85,0) Mio. Euro, so das Unternehmen am Donnerstag bei seiner Halbjahrespressekonferenz. Für das Gesamtjahr soll eine höhere Basisdividende und vielleicht eine Sonderausschüttung wie im heurigen Jahr gezahlt werden, sagte Vorstandschef Anton Wais, der von einem konjunkturell "nicht ganz einfachen Umfeld" sprach.

Medienberichte der vergangenen Tage über "Goldene Handshakes" für abgangswillige Postler seien im Wesentlichen nichts Neues, beteuerte Wais. Die Abgangsregelungen gebe es bereits seit 2004. Sie seien am vergangenen Montag vom Aufsichtsrat lediglich bis Ende 2009 verlängert worden. Sie sehen bis zu 45 Bruttomonatsgehälter für dienstältere, über 50-jährige Postler vor. Post-Finanzchef Rudolf Jettmar bezifferte die jährlichen Kosten dieser Aktion mit rund 15 Mio. Euro. Dass die Post damit heuer noch 500 Mitarbeiter loswerden wolle, stellte Wais in Abrede.

Das börsenotierte Unternehmen hat im ersten Halbjahr (inklusive natürlichem Abgang) rund 300 seiner rund 23.000 Stellen gestrichen. Zwischen Beginn 2004 und Ende 2007 haben 950 Postler das Angebot angenommen, also jedes Jahr durchschnittlich 240 Personen.

Der gelbe Riese hat freilich aktuell 450 "unterbeschäftigte" Mitarbeiter, für die Rückstellungen von 317 Mio. Euro die Bilanz belasten. Wegen der Sparmaßnahmen im Paketbereich, die wegen des Verlusts von sechs Millionen Paketen notwendig geworden waren, hat sich die Zahl der unterbeschäftigten Postler erhöht, ein beträchtlicher Teil der Paketzusteller ist aber im Briefbereich untergekommen, sagt die Post.

Der Paketdienst Hermes kostet die Post pro Jahr sechs Millionen Pakete und etwa 15 Mio. Euro Umsatz. Im operativen Ergebnis der Paket-Division machte sich der neue Konkurrent freilich deutlich bemerkbar. Das Ebit brach dort um mehr als die Hälfte auf 7,1 Mio. Euro ein. Das entspricht einem Rückgang von fast acht Mio. Euro.

Sonderdividende geplant

Das Aktienrückkaufprogramm, mit dem bis Ende des Jahres bis zu 3,5 Millionen Anteilsscheine zurückgekauft werden sollen, wird die Fähigkeit, Akquisitionen zu tätigen, nicht einschränken, erklärte Finanzchef Jettmar. "Wir gehen davon aus, dass wir das, was wir im Auge haben, finanzieren können." Das Unternehmen zahlt wie angekündigt überdies am 5. September eine Sonderdividende von einem Euro pro Aktie aus.

Für das Gesamtjahr erwartet die Post wie bisher leicht steigende Umsätze bei einem "geringfügig" sinkenden operativen Ergebnis. Für 2008 versprach Wais eine "attraktive Dividendenpolitik" und eine höhere Basisdividende. Eine weitere Sonderdividende sei vom künftigen Finanzmittelbedarf abhängig, erklärte er. Mit dem aktuellen Kurs ist er trotz massivem Plus seit vergangener Woche nicht zufrieden: "Wir glauben, dass der derzeitige Kurs die Möglichkeiten, die die Post als Unternehmen hat, nicht widerspiegelt."

Der Konzernumsatz war im Halbjahr um 7,3 Prozent auf 1,2 (1,11) Mrd. Euro, gestiegen, das Periodenergebnis legte wegen (nach eigenen Angaben risikoarmen) Gewinnen aus Finanzanlagen zu - im Gegensatz zum operativen Gewinn. Der Halbjahresgewinn belief sich nach sechs Monaten auf 70,1 (67,9) Mio. Euro. Die Ergebnisse lagen in etwa in der Bandbreite der Erwartungen der Analysten.

Für den Markt bargen die am Donnerstag veröffentlichten Zahlen jedenfalls keine Überraschungen mehr: Der Kurs stieg bis in die Mittagsstunden um 0,75 Prozent auf 25,75 Euro. (APA)

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    Im Paketgeschäft verzeichnete die Post nach dem Verlust von Großkunden im Versandhausbereich ein geringeres Volumen.

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