Verschwundene Bären sind Fall fürs Bundeskriminalamt

13. August 2008, 19:17
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Zähe Debatte um Wiederansiedlung von Bären in Österreich - mit Kommentar

Graz/Wien - Die Befürworter des Bären-Aussiedlungsprojekts vom WWF machen nun Stimmung für die Umsiedlung von zehn slowenischen Bären nach Österreich. Wie berichtet, sollen sich die Debatten zäh gestalten. Am Mittwoch sprach sich der österreichische Tierschutzverein gegen eine "künstliche Wiederansiedlung von Bären in Österreich" aus. Der steirische Grüne Landtagsabgeordnete Lambert Schönleitner widersprach. Landesrat Manfred Wegscheider solle sich "ein Beispiel an seinem oberösterreichischen Kollegen Josef Stockinger nehmen". Oberösterreich hat vor wenigen Wochen beschlossen, Bären aufzunehmen.

Der WWF versucht unterdessen, in Niederösterreich mit Umfrageergebnissen etwas zu bewegen. 72 Prozent der St. Pöltener und 70 Prozent der Bewohner von Kernaussiedlungsgebieten der slowenischen Bären sollen mit der geplanten Maßnahme einverstanden sein.

Wo sind die Bären hin?

Zur Aufklärung des ungeklärten Bärenschwundes wurde 2007 in Österreich erstmals auch das Bundeskriminalamt (BKA) aktiv: Eine gemeinsame Initiative von BKA, WWF, dem Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie, dem NÖ Landesjagdverband sowie den Bundesländern in der "Koordinierungsstelle Braunbär" soll handfeste Hinweise über den Verbleib der Bären liefern. Nachgewiesen werden konnte bis dato nur ein illegaler Bärenabschuss im Bezirk Lilienfeld. Gerüchte führten die Ermittler auf die Spur einer Witwe eines Jägers im Bezirk Lilienfeld. Tatsächlich wurde ein ausgestopfter Braunbär gefunden. Sonst gebe es zwar noch viele Spuren, aber nichts allzu Vielversprechendes, hieß es vom BKA.

Derzeit leben in Österreich noch zwei Bären. Hinweise, wonach ein dritter sich in Sellrain aufhalte, wurden am Mittwoch zerschlagen. Der dort gefundene Kalbskopf weist laut ORF doch keine Spuren von einer möglichen Bärenattacke auf. (mro, spri, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 14./15. August 2008)

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