STANDARD: Welche Ziele verfolgte Russland mit seiner Militäraktion?
Heinrich: Russland wollte Georgien eine Lektion erteilen und den Nato-Beitritt Georgiens verhindern. Dieses Ziel hat Russland erreicht. Russland will die beiden abtrünnigen Republiken nicht annektieren, weil sie für Russland nur Sinn haben, solange sie georgisches Territorium sind. Damit hat Russland ein Druckmittel gegen Georgien in der Hand. Eine Einverleibung Georgiens liegt nicht im Interesse Russlands, sehr wohl aber die Schwächung des Landes.
STANDARD: Wie verhältnismäßig waren die russischen Militäraktionen?
Heinrich: Die Militäraktionen waren verhältnismäßig zum Ziel Russlands, gingen aber ganz klar über eine reine humanitäre Intervention hinaus. Man fragt sich, ob es militärisch notwendig war, weiter zu bombardieren, als die Flüchtlinge bereits in Sicherheit waren.
STANDARD: Russland kämpft gegen Separatisten im eigenen Land. Wie verträgt sich das mit der Unterstützung separatistischer Bewegungen in Georgien?
Heinrich: Russland misst hier mit zweierlei Maß, was auch andere Groß- und Kleinmächte tun. Hinter der russischen Militärintervention steht auch die Revanche für die Vorgangsweise des Westens im Kosovo. Das hat eine tiefe Wunde im russischen Bewusstsein hinterlassen, das sieht man im Westen nicht so deutlich. Russland spielt mit Georgien das, was die Nato und die USA mit Serbien gespielt haben.
STANDARD: Welche Auswirkungen sehen Sie für das Verhältnis Russlands zu Europa und den USA?
Heinrich: Der Konflikt ist eine verheerende Niederlage für die US-Diplomatie. Es ist nicht nur ein Albtraum für Georgien, sondern auch für die USA, denn ein Nato-Beitritt Georgiens ist vom Tisch. Europa hält sich zurück, weil es in dieser Region keine Größe ist. (Mascha Dabić/DER STANDARD, Printausgabe, 14.8.2008)
Zur Person
Hans-Georg Heinrich ist Professor im Ruhestand am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien. Er forscht über die ehemalige Sowjetunion und Osteuropa.
Fluglinie stellt Antrag auf Lizenz für die Strecke Moskau-Tiflis - Medwedew für Aufhebung der Visa-Pflicht
Leiter Sabelashvili, wegen angeblichen Drogenschmuggels verhaftet, wieder auf freiem Fuß - Hatte Schuldeingeständnis unterschrieben
Von Regierung in Tiflis gesprengtes Monument soll in Moskau "auferstehen"
Bericht: Ukraine lieferte vor georgischem Angriff auf Südossetien günstig Waffen
Mutter und achtjährige Tochter ums Leben gekommen - Mehrere Verletzte - Moskau: "Akt von Staatsvandalismus"
Präsident Chavez: Provinzen sind souveräne Staaten - Moskau ist "sehr dankbar" für diesen Schritt
Abstimmung demonstriert Anspruch auf Unabhängigkeit von Georgien
Völkerrechtler Otto Luchterhandt, der am EU-Georgien-Bericht mitarbeitete, über die Lektionen aus dem Augustkrieg
Kommission widerspricht der Darstellung Präsident Saakaschwilis, kritisiert aber auch Russland - der Bericht zum Download
Obamas Herausforderer hatte Tiflis im Krieg gegen Russland unterstützt
... wie polen und die ukraine, aus eigenen machtpolitischen interessen.
nicht einmal bush (wahrscheinlich aufgrund der ablehnenden haltung von US-generaelen), war so dumm diesen beitritt zu forcieren (hat sich nur sehr wage ausgedrueckt, anders als zb bei polens NATO-beitritt).
niemand der auch nur halbwegs bei verstand war, unterstuetzte diesen wahnwitzigen vorschlag polens und der ukraine.
... man kann der NATO viel vorwerfen, aber seltsame kleine laender, die gern mal den ehmaligen mutterstaat anpissen, so dumm ist die NATO wieder auch nicht.
siehe zb ein grosses geheimes manoever der NATO anfang der 80er, wo die sowjets bammel hatten, das das zu einen atomkrieg ausarten koennte und ihrerseits massnahmen fuer einen atomschlag trafen - als das die NATO und da vorallem die USA mit reagan (! man glaubt es kaum) mitbekamen, aenderte sich schlagartig die politk gegenueber russland, die tiefe (noch tiefere als sonst) feindschaft der 70er, anfang 80er wurde beendet - die sowjets bekamen etwas mehr vertrauen und das weitere kennen wir ...
weder die NATO, noch die USA haben interesse an einen globalen (atom)konflikt wegen idioten.
.. aber wenn es Ernst wird NATÜRLICH im Stich lassen. Nix da MIT DEM VENTILIERTEN nato-bEITRITT: Man will ja keinen ernsten Konflikt, sondern nur sticheln ...
Das ist typische hinterlistige Großmachtpolitik a la USA :
2. es war aber noch immer die sowjetunion die massaker in ungarn veranstalteten - das ollten wir nicht vergessen!
"hinterlistig" ... kommt dieses wort wieder in mode fuer angeblich typisches verhalten von menschen ...
Russland spielt um georgische Pipelines die vom Kaukasus unabhängig vom Russland Gas und Öl nach Europa über Schwarzes Meer bringen. Wenn diese in russische Hände fallen (z.B. Marionettenregime), kann Russland Europa viel einfacher mit Hahnzudrehen erpressen.
Wieder sind es die Amis, die mit falschen Hilfeversprechungen die Völker am Rande Rußlands aufwiegeln. Reine Großmachtpolitik und Taktik. Keine Absicht zu echter Hilfe.
Georgien wurde durch Israel und die USA aufgerüstet, die Aufnahme in die NATo wurde halb und halb versprochen, das georgische Regime wurde ermutigt gegenüber dem riesigen Nachbarn Rußland forsch aufzutreten. Jetzt müssen die Georgier den Schwanz einziehen und büßen - wie Ungarn 1956 !!
... russalnd geliefert.
informieren sie sich!
und die miesten NATO-staaten (auch die USA) waren gegen einen beitritt, polen und die ukraine wollten diesen NATO-beitritt!
informieren sie sich!
russland hat in ungarn ein massaker angerichtet, ist daran auch die USA schuld?
informieren sie sich!
die drehen sich auch im kreis, und nachdem sie einen witzbold und karrikaituren-opfer zum präsidenten haben, vordem der westen buckelt ist das resultat wie oben.
putin hat gezeigt, wozu er im stande ist - ist auch eine neuerliche warnung an die ukraine. das haben die amis aber noch nicht geschnallt!
nur mit der nato will sich putin nicht direkt anlegen - da können sich die baltischen länder,polen und tschechien/slowakei ja auf die schulter klopfen, daß ihnen dieser coup gelungen ist.
während in den usa die präsidenten immer älter werden - es sei denn, obama gewinnt - laufen in rußland youngsters als präsidenten herum. daß die nur umleitungen zu putin sind, ist nebensächlich.
putin fuhrwerkt nach belieben!
der verbliebene Zwilling neben Großpolen auch ein größeres Deutschland mitdenken, das vom Willi 2. Nicht, weil ich das so will, sondern weil das die deutsche Variante seiner eigenen Denkungsart ist.
Einen Sieg und den Streit um die Beute würde nämlich die NATO kaum verkraften, wohl aber die Russen eine Niederlage im nächsten vaterländischen Krieg.
Auch das, was Steinmeier gestern von sich gab, liegt auf der polnischen Linie und macht mir, zu Ende gedacht, Angst. Der Mann ist mir ohnehin suspekt.
Die Kommentare von User und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.