Gute Apfelernte trotz Feuerbrands

13. August 2008, 19:00
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Überwunden ist die Krankheit, die im Frühjahr Apfel- und Birnbäume bedrohte: Heimische Obstbauern richten sich heuer auf eine gute Apfelernte ein. Qualität und Menge stimmen

Wien - Vorbei die Krisenstimmung, die heimische Apfel- und Birnbauern im Frühjahr erfasst hatte: Die Ernte läuft an, und die Zeichen stehen gut, dass sowohl von der Menge als auch von der Qualität her alles passt. Lorenz Spelhofer, der Obmann der steirischen Erwerbsobstbauern, geht davon aus, dass es heuer zwar etwas weniger Äpfel gibt, "aber die Frucht ist größer und die Qualität ist sehr schön - innen wie außen".

Die Bakterienkrankheit Feuerbrand, von der es zeitweise aussah, als ob sie die Äpfel- und Birnbäume der halben Steiermark befallen würde, ist glimpflich ausgegangen. Lediglich knapp 120 Hektar Plantagen mussten mit Antibiotika bespritzt werden, nicht einmal zwei Prozent der Anbaufläche in der Steiermark, dem größten Anbau-Bundesland. Noch geringer fielen die Rodungen aus, die aufgrund der Krankheit durchgeführt werden mussten und nur zwei Hektar umfassten. Einziges großes Problem dieses Sommers waren schwere Hagel-Unwetter, die bei einzelnen Bauern Teile der Ernte vernichteten.

Mehr Bioäpfel

Derzeit ist die Branche dabei, auf Bio-Anbau umzustellen. Bekanntlich wächst die Nachfrage nach Bio-Äpfeln stark an, weshalb diese häufig importiert werden müssen. In der Steiermark ist man deshalb dabei, die biologischen Anbauflächen für das Kernobst auf 500 Hektar zu verdoppeln. Da die vorgeschriebenen Umstellungszeiten noch laufen, wird es ab der nächsten Ernte im Jahr 2009 genügend Bio-Äpfel für gut drei Viertel des heimischen Bedarfs geben.

Laut Petra Pasch von der Obst (Obst Partner Steiermark) - es ist dies die größte Vereinigung für die Vermarktung von Äpfel und Zwetschken mit rund tausend Produzenten - dürfen die Bauern heuer auch mit der Preissituation zufrieden sein: "Die Produktionskosten sind derzeit gedeckt."

Erwartet wird, dass Österreich mengenmäßig heuer etwa die Vorjahres-Ernte erreichen wird. Diese war bei knapp 185.000 Tonnen (plus 16 Prozent gegenüber 2006), gelegen. Immer häufiger wird auch nach Osteuropa in die neuen Mitglieder bis nach Russland verkauft. Und zwar immer dann, wenn es dort Verluste, etwa durch Frostschäden, gibt.

Geerntet wird zurzeit die Frühsorte Summerred, erklärt Pasch. Die beliebteste heimische Sorte sei der Golden Delicious, gefolgt von Gala und Elster, die beide ab der zweiten Augusthälfte gepflückt werden. (Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Printausgabe, 14.8.2008)

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