Reparaturachterl

14. August 2008, 17:00
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Nach erfolgreicher Reparatur ist der Bann gebrochen - Oder: Da helfen nur die Pharmaindustrie und eine Ladung Salzgurken

+++Pro
Von Roman David-Freihsl

"Die Hypophyse spielt das Lied vom Tod", hieß es bei der EAV. Und dass "morgen, ja morgen" das neue Leben anfängt. Das Problem dabei ist allerdings immer noch, dass das Morgen von gestern bereits das Heute ist und also das mit dem Ein-neues-Leben-Anfangen selbstverständlich für den nächsten Tag gilt. Eine ziemliche Herausforderung, dieser Satz bei diesem Brummschädel, was bereits den ersten Reparaturbedarf ...

Ja was denn? Was macht der Reparaturbedarf? Sich ankündigen? Sich steigern? Gestern Abend hätt ich's noch gewusst. Wurscht. Vorerst muss ohnehin erst einmal geklärt werden, wie man den brummenden Schädel durch die nächste Tür bekommt. Interessant beim Reparaturachterl ist übrigens, dass es jedenfalls das letzte vorm ersten Fluchtachterl ist. Denn nach der erfolgreichen Reparatur ist der Bann gebrochen. Und dann heißt es wieder: "Geht noch eines?" "Eines is' immer no' 'gangen!" Oder - wie der Trinkspruch aus der TV-Serie "Die Zwei": "Ab morgen wird nicht mehr getrunken." - "Aber auch nicht weniger." Und Prost, Chefikowski! 

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Contra---
Von Luzia Schrampf

Ganz ehrlich: Reparieren kann man da meist nicht mehr viel. Es gilt dem Leiden möglichst rasch ein Ende zu setzen. Haben Schmerzen und Austrocknung erst einmal eingesetzt am "day after the night before", helfen nur die Pharmaindustrie und eine Ladung Salzgurken. Von mir aus inklusive eines Achtels des dazugehörigen Einlegewassers, ein Traum in salzig und sauer, um die niedergeholzten Mineralstoffe wieder aufzuforsten.

Im Grunde zögert man die Pein mit einem Reparaturachtel nur unnötig hinaus. Dazu kommt die unglaubliche Überwindung, sich bei hämmerndem Schädelweh und einem Mundraum, der alten, staubigen Samtvorhängen gleicht, vorzugsweise noch einmal dasselbe runterzuhauen, mit dem man am Vortag aufgehört hat - was ja erfahrungsgemäß und mit Dauer der Nacht ganz selten Margaux 1982 war, sondern eher Anspruchsloseres, dafür höherprozentig.

Was also kann getan werden? Verdunkeln, so gut es halt geht, und in Würde zu Ende leiden.

(Der Standard/rondo/15/08/2008)

  • Und dann heißt es wieder: "Eines is' immer no' 'gangen!"
    Der Standard/Newald

    Und dann heißt es wieder: "Eines is' immer no' 'gangen!"

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