"Pilz-Vignette" in Kärnten: Rechtlich kaum exekutierbar

13. August 2008, 15:22
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Kärntens Naturschutzreferent Uwe Scheuch: Es ist wie bei einem Apfelbaum, da spielt es auch keine Rolle, ob man alle Früchte pflückt oder alle verfaulen lässt

 

Klagenfurt - Kärntens Naturschutzreferent Uwe Scheuch (BZÖ) rechnet damit, dass die vieldiskutierte Pilz-Vignette bald der Vergangenheit angehörigen wird.

Diese sei nämlich rechtlich kaum exekutierbar. Das Schwammerlklauben allein schade der Natur nicht, erklärte Scheuch. "Es ist wie bei einem Apfelbaum, da spielt es auch keine Rolle, ob man alle Früchte pflückt oder alle verfaulen lässt. Die Ernte im nächsten Jahr wird ausschließlich vom Wetter und der Regenmenge abhängen", so der Politiker.

Daher legte er den Grundbesitzern nahe, auf das Kassieren der Gebühren zu verzichten. Es sei allerdings natürlich in ihrem freien Ermessen, die Vignette weiter zu verkaufen. Die Betroffenen mögen aber bedenken, dass sie die öffentlich Meinung, die sie nun gegen sich aufbringen, bei der Realisierung anderer Projekte vielleicht brauchen werden.

Die Vignette sei ein Aufschrei über Nutzungsprobleme des Waldes. Von zehn Fotos, die ihm in der Diskussion vorgelegt worden seien, hätte kein einziges das Schwammerlsuchen betroffen. Mountainbiker und Motorradfahrer werde man mit dem Einheben von Gebühren für Schwammerlsucher nicht in den Griff bekommen, erklärte Scheuch.

Scheuch will nun mit "Information, Aufklärung und Kontrollen von Naturschutz- und Forstgesetzen" reagieren. "Es wird aber kein Cent an öffentlichen Geldern an die Grundbesitzer fließen", stellte der Naturschutzreferent klar.

Wenn sich Grundeigentümer Sorgen um den Naturschutz machen, dann müssen sie bedenken, dass auch andere Projekte auf der Koralpe sich mit den Interessen des Naturschutzes nicht vertragen könnten, so Scheuch. (APA)

 

 

 

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