Deutlich mehr Arbeitslose in Großbritannien

13. August 2008, 14:41
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Im Juli stieg die Zahl der Arbeitslosen so kräftig wie seit 15 Jahren nicht mehr. Schuld sei einmal mehr der konjunkturelle Abschwung

London - In Großbritannien ist die Zahl der Arbeitslosen im Juli so kräftig gestiegen wie seit über 15 Jahren nicht mehr. Die Arbeitslosenzahl sei auf Basis der nationalen Definition (Claimant Count) um 20.100 geklettert, teilte die britische Statistikbehörde Office of National Statistics am Mittwoch in London mit. Experten hatten zuvor nur mit einem Anstieg um 17.500 gerechnet. Damit ist die Zahl der Arbeitslosen bereits das sechste Mal in Folge gestiegen.

Der britische Arbeitsmarkt leide damit weiterhin unter den Folgen des aktuellen konjunkturellen Abschwungs, hieß es von Volkswirten. Die Juni-Zahl wurde zudem von der Statistikbehörde um 4.500 auf 20.000 deutlich nach oben revidiert. Bei der "Claimant Count"-Methode werden nur diejenigen Arbeitslosen berücksichtigt, die aktiv Arbeit suchen und Unterstützung beantragen.

Die nach der Methode der Internationalen Arbeitsagentur (ILO) ermittelte Zahl der Arbeitslosen kletterte in den drei Monaten bis Juni den Angaben zufolge um 60.000 auf 1,67 Millionen. Im Vorjahresvergleich ergab sich ein Zuwachs um 15.000. Die ILO-Arbeitslosenquote erhöhte sich den Angaben zufolge von 5,2 auf 5,4 Prozent. Hier hatten die befragten Volkswirte zunächst einen unveränderten Wert von 5,2 Prozent erwartet. Die Arbeitslosenzahlen der ILO beruhen nur auf einer Stichprobe. Dabei werden etwa 120.000 Personen im Alter ab 16 Jahren befragt. Haben sie während der Berichtswoche mindestens eine Stunde entlohnt gearbeitet, gelten sie nicht als erwerbslos.

Das Wachstum der Durchschnittsgehälter (einschließlich Boni) schwächte sich in den drei Monaten bis Juni von 3,8 Prozent in der Vorperiode auf 3,4 Prozent ab. Volkswirte hatten nur einen kleineren Rückschritt auf 3,6 Prozent erwartet. Ohne Bonuszahlungen fiel das Wachstum der Gehälter mit 3,7 Prozent etwas schwächer als die zuvor ermittelten 3,8 Prozent in den drei Monaten bis Mai aus. (APA/dpa-AFX)

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