Blu-ray-Umsätze stützen DVD- und Videobranche

13. August 2008, 14:11
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"Können gutes Umsatzergebnis aus dem Vorjahr halten"

Die deutsche DVD- und Videobranche trotzt der derzeitigen Wirtschaftsflaute und vermeldet weiterhin gute Umsatzzahlen. Wie eine aktuelle Analyse, die Marktforscher von Gfk  im Auftrag der deutschen Filmförderungsanstalt durchgeführt haben, bestätigt, betrugen die erwirtschafteten Einnahmen aus dem Verkauf und Verleih von Videos und DVDs im ersten Halbjahr 2008 mit insgesamt 670 Mio. Euro genauso viel wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Vor allem der DVD-Verkauf habe sich positiv entwickelt. Dieser lag mit 532 Mio. Euro Umsatz zwar etwas unter dem Vergleichswert des Vorjahres (541 Mio. Euro), erreichte aber in Einzelverkäufen gemessen einen bisherigen Rekordstand. So wurden zwischen Januar und Juni 2008 rund 43,8 Mio. DVDs verkauft. Auch im Bereich hochauflösender Blu-ray-Filme konnten laut Bundesverband Audiovisuelle Medien (BVV) wachsende Umsätze verzeichnet werden. Im untersuchten Zeitraum seien 800.000 derartige Datenträger im Wert von 17 Mio. Euro verkauft worden.

"Die Video- und DVD-Branche bildet in dieser Hinsicht eine Ausnahme. Hier konnte das gute Umsatzergebnis aus dem Vorjahr gehalten werden"

"Durch die derzeitige wirtschaftliche Schwächephase ist in Deutschland so mancher Wirtschaftszweig zunehmend unter Druck geraten", erklärt der stellvertretende BVV-Geschäftsführer Oliver Trettin im Gespräch mit pressetext. Konsumenten seien heute eben wesentlich zurückhaltender, was das Ausgeben des eigenen Haushaltsbudgets betrifft. "Die Video- und DVD-Branche bildet in dieser Hinsicht eine Ausnahme. Hier konnte das gute Umsatzergebnis aus dem Vorjahr gehalten werden", betont Trettin. Besonders erfreulich sei dabei die Verkaufsentwicklung von hochauflösenden Blu-ray-Filmen. "Unsere Blu-ray-Umsatzprognosen von 50 bis 60 Mio. Euro bis Ende dieses Jahres scheinen sich offensichtlich zu bewahrheiten. Der erzielte Umsatz in diesem Bereich konnte den leichten Rückgang bei den DVD-Verkäufen auffangen", stellt Trettin fest. In Anbetracht des Umstandes, dass das traditionell starke Weihnachtsgeschäft noch aussteht, könne die Branche deshalb auf ein durchwegs positives Gesamtjahr hoffen.

Wehrmutstropfen

Einziger Wehrmutstropfen der Video- und DVD-Branche bleibt aber auch weiterhin das rückläufige Verleihgeschäft. "Der Abwärtstrend beim Verleih konnte zwar etwas abgeschwächt werden, setzt sich aber dennoch fort", erläutert Trettin. So setzten die Videotheken im ersten Halbjahr mit 119 Mio. Euro um drei Mio. Euro weniger um als im Vergleichszeitraum des Jahres 2007. Verantwortlich sei hierfür in erster Linie die illegale Vervielfältigungspraxis im Internet. "Der Verleih-Bereich leidet schon seit Jahren unter der fortschreitenden Online-Piraterie. Der wirtschaftliche Schaden, der dadurch entsteht, ist nur schwer abzuschätzen", meint Trettin. Der Verkauf sei von diesem Problem aber nur vergleichsweise wenig betroffen. "Beim Verkauf wird ein anderer Kundenkreis bedient, der durch einen starken Besitzwunsch geprägt ist", so Trettin abschließend. (pte)

 

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