Neuropathischer Schmerz verhinderbar

13. August 2008, 13:54
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Die diabetische Neuropathie als Spätkomplikation der Zuckerkrankheit und Herpes zoster (Gürtelrose) stellen häufige Ursachen für schwere chronische Nervenschmerzen dar

Wien - Während Zuckerkranke vor die Neuropathie am besten durch eine gute Blutzuckereinstellung verhindern können, gibt es zur Verhütung der Gürtelrose seit kurzem eine Impfung für ältere Menschen. Damit wird die Auslösung eines Herpes zoster durch Wiederauftauchen der Varicella-Viren (Feuchtblattern) verhindert.

Zoster-Lebendimpfstoff

Den Impfstoff (Zostavax) gibt es schon seit einiger Zeit, er wurde in Österreich aber bisher kaum beworben. Es handelt sich bei der Vakzine um eine Art Booster-Impfung gegen die Feuchtblattern-Erreger. Fast jeder Mensch macht irgendwann die Feuchtblattern durch. Die Viren bleiben aber nach der zumeist im Kindesalter erfolgenden Erkrankung im Körper und können bei einer vorübergehenden Immunschwäche entlang von Nervensträngen wieder an die Körperoberfläche wandern.

Die Folge ist die Gürtelrose. Die Impfung soll den Körper zu einer stärkeren Abwehr gegen die Viren veranlassen. Die Vakzine enthält das 14-Fache der Antigendosis, die bei dem Kinder-Impfstoff gegen Feuchtblattern verwendet wird.

Monatelange heftige Beschwerden

Das Problem beim Herpes zoster: Die Gürtelrose geht oft mit akuten Schmerzen einher und kann auch chronische, anhaltende Schmerzen nach sich ziehen: die postherpetische Neuralgie. Sie kann monatelange heftige Beschwerden verursachen. Geschätzt wird, dass in der EU jedes Jahr rund 1,8 Millionen Menschen an Gürtelrose erkranken, 12.000 Gürtelrose-Patienten jährlich stationär behandelt werden. Etwa 25 Prozent der Menschen erkranken irgendwann in ihrem Leben an Herpes zoster.

Schmerzhafte postherpetische Neuralgie

Die postherpetische Neuralgie ist die häufigste und schmerzhafteste Folgeerkrankung der Gürtelrose. Es handelt sich um einen chronischen, anhaltenden Nervenschmerz, der nach Abheilen des Zoster-Hautausschlags auftritt (einen bis drei Monate nach Ausbruch) und Monate oder sogar Jahre anhalten kann. Etwa jeder fünfte Gürtelrose-Patient erkrankt an dieser Neuropathie. Die meisten Fälle treten nach dem 50. Lebensjahr auf.

Schmerz durch Berührungsreize

Menschen, die an PHN erkrankt sind, beschreiben die Schmerzen als "reizempfindlich, brennend, klopfend, stechend, aufblitzend und/oder scharf". Die schwerste Form der PHN ist die Allodynie, ein stark belastender, schon durch leichte Berührungsreize (z. B. durch Stoff oder Wind) ausgelöster Schmerz.

Impfung zur Vorbeugung von Gürtelrose

Der Impfstoff hat im Mai 2006 die Zulassung durch die EU erhalten. Der Zoster-Lebendimpfstoff ist zur Vorbeugung von Gürtelrose (Herpes zoster oder "Zoster") und damit verbundener postherpetischer Neuralgie (PHN) bei Personen ab 60 Jahren angebracht. In einer groß angelegten Phase-III-Studie mit 38.546 Männern und Frauen ab 60 Jahren, die entweder eine Impfstoff- oder eine Placebo-Dosis erhielten, verminderte die Impfung im Vergleich zu Placebo die Belastung durch zosterbedingte Schmerzen und Beschwerden um 61 Prozent, die Häufigkeit einer solchen Neuralgie um 67 Prozent und die Häufigkeit von Gürtelrose insgesamt um 51 Prozent.

Zusätzlich verminderte die Immunisierung die Häufigkeit von Gürtelrosen mit intensiven und dauerhaften Schmerzen um 73 Prozent. (APA)

 

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