Schwer verständliche Nährwertinfos

13. August 2008, 13:11
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Konsumenten prüfen häufig Nährwertangaben, aber nur 42 Prozent verstehen die Informationen "meistens" - Am häufigsten wird auf Fett- und Zuckergehalt geachtet

Wien - Immer mehr Konsumenten wollen wissen, was in Lebensmitteln steckt, die sie kaufen: Jeder zweite Österreicher achtet heute bei verpackten Lebensmitteln häufiger auf die Nährwertangaben als noch vor zwei Jahren. Das geht aus einer Online-Umfrage des Marktforschungsunternehmens Nielsen hervor. Allerdings verstehen nur 42 Prozent der Österreicher die Nährwertangaben "meistens", 52 Prozent nur teilweise sowie sechs Prozent gar nicht.

Elf Prozent achten nie auf Nährwertangaben

Die Umfrage wurde im April 2008 unter 28.253 Personen in 51 Märkten in Europa, im Raum Asien-Pazifik, in Nordamerika und im Nahen Osten durchgeführt. Generell werden die Nährwertangaben eher selten kontrolliert: Nur jeder zehnte Österreicher tut dies bei jedem Einkauf, weltweit ist es ein Viertel der Konsumenten. Elf Prozent der Österreicher gaben an, nie die Informationen zu prüfen.

Österreicher vertrauen Produzenten

"Die Österreicher vertrauen Produzenten und Handel anscheinend sehr stark, während es in anderen Ländern wie in Nordamerika scheinbar zur Routine gehört, die Nährwertangaben zu lesen", so der Geschäftsführer von Nielsen Österreich, Martin Prantl. Wird ein neues Produkt gekauft, beschäftigen sich immerhin 44 Prozent der heimischen Bevölkerung mit den Angaben. Ein Viertel kontrolliert die Nährwerte, wenn bestimmte Produkte gekauft werden und 16 Prozent, wenn sie auf Diät sind.

Fett, Zucker und Kalorienangaben führen

Am meisten interessieren die Österreicher Fett, Zucker und Kalorien sowie Konservierungsstoffe: So kontrolliert z. B. die Hälfte der Befragten bei jedem Einkauf die Fettangabe. 47 Prozent achten immer auf die angegebene Menge an Zucker - damit liegt in Österreich das "süße" Interesse über dem EU-Durchschnitt.

Aufmerksamkeit für Konservierungsstoffe stark gestiegen

Nur die Griechen mit 61 Prozent und die Portugiesen mit 55 Prozent kontrollieren stärker den Zuckergehalt als die heimische Bevölkerung. International gesehen hat die Aufmerksamkeit für Konservierungsstoffe die für Zucker bereits überholt: Ersteres prüfen weltweit 42 Prozent, Letzteres 40 Prozent.

Japaner und Franzosen lesen kaum Angaben

Einer von fünf amerikanischen und australischen Konsumenten liest sich die Nährwertangaben durch, wenn er abnehmen möchte. Mehr als 45 Prozent der Dänen, Griechen und Philippinos kontrollieren die Angaben, wenn sie ein Produkt zum ersten Mal kaufen.

Die Japaner (18 Prozent) und die Franzosen (16 Prozent) stehen weltweit an der Spitze bei den Konsumenten, die Nährwertinformationen auf verpackten Lebensmitteln nie lesen - beide Länder finden sich auch ganz oben in der Reihung jener Länder, in denen die Angaben gar nicht verstanden werden. (APA)

 

 

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    International gesehen hat die Aufmerksamkeit für Konservierungsstoffe die für Zucker bereits überholt: Ersteres prüfen weltweit 42 Prozent, Letzteres 40 Prozent.

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