Zebrastreifen laut Statistik die gefährlichsten Orte für Fußgänger

12. August 2008, 23:25
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Fußgänger von Lkw überrollt und getötet - Zwei schwere Unfälle an einem Tag, Verkehrspsychologen sehen mehr Aggressivität

Wien - Gleich zwei schwere Unfälle mit Fußgängern gab es am Dienstagmorgen in Wien. Auf der Alser Straße dürfte sich kurz nach neun Uhr ein 79-Jähriger mit seinem Gehstock an einem Lastwagen verheddert haben; er lief dann bis zu einer Kreuzung mit. Als der Lkw abbremste, geriet er unter die Räder. Kopf und Beine wurden ihm abgetrennt. Der Lkw-Fahrer und drei Zeugen erlitten einen Schock und wurden ins Spital gebracht.
Fast gleichzeitig wurde an einer Kreuzung in Meidling ein etwa 40-jähriger Mann, der den Zebrastreifen überqueren wollte, von einem Reisebus erfasst und erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma. Er schwebte Dienstagnachmittag in Lebensgefahr, genauere Details waren vorerst nicht bekannt.


Gefährlichste Orte

Zebrastreifen sind laut Statistik die gefährlichsten Orte für Fußgänger, sagt Verkehrspsychologin Ursula Messner vom Kuratorium für Verkehrssicherheit - und das, obwohl immer mehr auf deren si_chere Gestaltung geachtet werde. Die Sicherheit der sogenannten "Schutzwege" sei trügerisch, weil nur 40 Prozent der Autofahrer im Fall des Falles auch tatsächlich vor ihnen stehenbleiben. Sie beobachte, dass gerade bei Fußgängern in den letzten Jahren "eine gewisse Sorglosigkeit" eingetreten sei. Auf beiden Seiten sei die Aufmerksamkeit für die anderen Verkehrsteilnehmer gesunken, nicht zuletzt durch Handys und Navigationssysteme: „Das Kommunikationsverhalten im Straßenverkehr ist ein anderes geworden", sagt Messner, es entstünden mehr Missverständnisse.


Dazu komme noch der zunehmende Zeitdruck, ergänzt Psychologin Dora Donosa vom ÖAMTC. Auf den Straßen spiele sich dadurch „vieles an Machtkämpfen" ab. Gegenüber 1995 sei die Zahl der Unfälle auf Zebrastreifen ohne Ampeln deutlich gestiegen. Besonders gefährdet seien ältere Leute:_Die Hälfte aller im Straßenverkehr getöteten Fußgänger seien älter als 65 Jahre gewesen, sagt Donosa. (Markus Peherstorfer/ DER STANDARD Printausgabe 13.8.2008)

 

 

 

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