Salzsäure auf Wiener Bahnhof ausgeflossen

12. August 2008, 20:56
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Menge vorerst unbekannt - Gefährliche Stoffe im Boden neutralisiert

Wien - Gefährlicher Einsatz für die Wiener Feuerwehr: Wie erst am Dienstagnachmittag bekannt worden war, entdeckte man am Montag am Wiener Frachtenbahnhof Kledering, dass aus einem 55 Tonnen fassenden Kesselwaggon Salzsäure ausfloss. Die Einsatzkräfte arbeiteten bis Dienstagmittag daran, die Salzsäure zu binden bzw. den Kesselwaggon auszupumpen, teilte die Feuerwehr in einer Aussendung mit.

Gegen 17.00 Uhr entdeckte ein ÖBB-Bediensteter, dass der Kesselwaggon im Bereich einer Entleerungsöffnung undicht war. Daraufhin sei der Waggon sofort auf ein spezielles Unweltschutzgleis verschoben worden, so der Feuerwehr-Einsatzleiter vom Dienstag, Werner Turetschek, im APA-Gespräch. Da sich der Säureausfluss nicht gänzlich stoppen lies, habe man sich dazu entschlossen, den gesamten Waggon auszupumpen und die Säure in einen Ersatzwaggon umzufüllen.

Erst gegen 12.47 Uhr am Dienstag rückten die Feuerwehrleute wieder in ihre Zentrale ein. Dass der Einsatz die ganze Nacht gedauert habe, liege auch daran, dass das Auspumpen bereits in der Vorbereitung sehr aufwendig sei: Spezielle Pumpen hätten angeliefert werden müssen und auf einen Ersatzwaggon habe man warten müssen.

Grundsätzlich sei Salzsäure gefährlich für den Menschen, bei Kontakt drohen Verätzungen. Deshalb habe es die höchste Schutzstufe gegeben: Gearbeitet worden sei in speziellen Gasanzügen. Im Gegenteil zu Öl sei "das 'Gute' an Salzsäure, dass es - speziell bei der ÖBB im Gleisbett - im Gesteinsmaterial und in der Erde neutralisiert wird", erklärte der Einsatzleiter.

Wie viel Salzsäure wirklich aus dem 55-Tonnen-Kessel ausgeflossen sei, könne man vorerst nicht so einfach sagen, meinte Turetschek. Jene Menge, die im Erdreich versunken sei, sei aber "sicher schon neutralisiert". (APA)

 

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