Golden Handshake soll Abgang versüßen

13. August 2008, 15:39
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Der Aufsichtsrat der Post hat am Montag ein Programm verabschiedet, das 500 ihrer 24.000 Beschäftigten den Abschied aus dem Unternehmen schmackhaft machen soll

Wien - Der Aufsichtsrat der österreichischen Post hat am Montag ein Programm verabschiedet, das 500 ihrer 24.000 Beschäftigten den Abschied aus dem Unternehmen schmackhaft machen soll, berichtet die Tageszeitung "Die Presse" in ihrer Mittwochausgabe. Beamte, die älter als 50 sind, sollen eine Einmalzahlung von brutto 45 Monatsgehältern, jüngere Beamte von 36 Monatsgehältern bekommen.

Der Golden Handshake für Angestellte beläuft sich laut dem Bericht auf sechs bis 18 Gehälter, über 50-jährigen Angestellten, die länger als zehn Jahre für die Post gearbeitet haben, winken bis zu 45 Gagen. Anreize gibt es auch für den Umstieg auf Teilzeitarbeit. Postler, die unter die so genannte Hacklerregelung fallen, bekommen eine Sonderzahlung, wenn sie sich karenzieren lassen, oder wenn sie in das Jobcenter (KEC) wechseln.

"Sollten tatsächlich die erwarteten 500 Postler das Angebot annehmen, muss der gelbe Riese für den Sozialplan, der ab sofort bis Ende 2009 läuft, einen zweistelligen Millionenbetrag springen lassen", schreibt die "Presse." Das börsenotierte Unternehmen, dessen Kurs am Dienstag 2,7 Prozent verloren hat, stellt am Donnerstag seine Halbjahresergebnisse vor.

GLB dagegen

Der Gewerkschaftliche Linksblock im ÖGB (GLB) hat am Mittwoch die üppig ausgestatteten Sozialpläne von Post und Telekom als "Arbeitsplatzvernichtungsplan" kritisiert und dabei auch den obersten Postgewerkschafter Gerhard Fritz für seine Zustimmung zum Sozialplan kritisiert.

"Es ist bezeichnend für die Politik der Vorstände, dass dabei (beim Personalabbau, Anm.) Geld keine Rolle spielt", erklärt Karin Antlanger, Bundesvorsitzende der Fraktion Gewerkschaftlicher Linksblock im ÖGB (GLB), die gleichzeitig Verständnis für die schwierige Arbeitsmarktsituation Älterer äußert. Sie meint: "Anstatt möglichst viel Geld für die AktionärInnen herauszupressen, sollten Arbeitsplätze dauerhaft gesichert werden."

Telekom Austria

Unterdessen sollen die Verhandlungen zwischen der Telekom Austria und dem Betriebsrat über eine analoge Regelung weitgehend abgeschlossen sein. Die Telekom Austria wolle bis zu 1.000 der 9.000 Mitarbeiter der Festnetzsparte loswerden. (APA)

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