Mehr Geld für Kinderbetreuung gefordert

12. August 2008, 18:37
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EU empfiehlt 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Bildungseinrichtungen zu investieren - In Österreich liegt der Wert derzeit bei 0,5 Prozent

Wien  - Die Verdoppelung der Ausgaben der öffentlichen Hand für die Kinderbetreuung fordert die Plattform EduCare in einer Aussendung am Dienstag. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) sollten die Ausgaben von 0,5 auf ein Prozent für Bildungseinrichtungen für Kinder von null bis sechs Jahren angehoben werden. Das wäre immer noch unter der EU-Empfehlung von 1,5 Prozent, zum Vergleich: Schweden investiere zwei Prozent des BIP in diesen Bereich, so die EduCare-Vertreter.

Grundsätzlich begrüßt EduCare Ankündigungen und Wahlversprechen aller Parteien rund um ein verpflichtendes und kostenfreies Bildungsjahr im Kindergarten. Dabei sollte der Bund zusätzlich zum Schulwesen die Verantwortung für die gesamte frühkindliche Bildungs- Betreuungs- und Erziehungsarbeit im Kindergarten übernehmen. Eine Bundeszuständigkeit nur für das letzte Kindergartenjahr sei zu wenig. Des weiteren seien einheitliche Qualitätsstandards einzurichten und durch ein Rahmengesetz zu sichern.

Recht auf Bildung

Die Sprecher der Plattform fordern einen "allgemeiner Rechtsanspruch auf einen Bildungs- und Betreuungsplatz" im Sinne der UN-Konvention über die Rechte des Kindes. Kinder mit besonderen Bedürfnissen hätten ein Recht auf spezifische Angebote haben.

Im Sinne der UN-Konvention über die Rechte des Kindes fordert die Plattform die gesetzliche Verankerung des Anspruches eines Kindes auf einen bedürfnisgerechten Bildungsplatz in einer elementaren und außerschulischen Einrichtung. Nicht zuletzt sollte die Ausbildung aller pädagogischen Berufe auf tertiärer Ebene, also an Unis, Pädagogischen Hochschulen oder Fachhochschulen erfolgen.

In der Plattform EduCare vertreten sind neben Privatpersonen unter anderem Arbeiterkammer, Caritas, der Dachverband der Elternvereine an den Pflichtschulen, mehrere Diözesen, die Gesellschaft Österreichischer Kinderdörfer, der Katholische Familienverband, die Kinderfreunde und der ÖGB. (APA)

 

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